Letztens erhielt ich die neueste Ausgabe meiner Krankenkassen-Zeitung und gleich auf dem Cover fiel mir eine große Anzeige ins Auge: „Patientendialog-Hilfe bei Depressionen“. Alles klar, wir haben Dezember, ging es mir durch den Kopf und in diesem Monat steigt, alle Jahre wieder, die Selbstmordrate deutlich an. Liegt das am Wetter oder an den nahenden Feiertagen, an denen dann manche Mitmenschen ihre Einsamkeit noch deutlicher spüren als sonst? Vielleicht fühlen sie sich einfach nicht dazugehörig, fühlen sich anders und sind es auch in den Augen der „Normalen“ – sind zu speziell, zu seltsam, zu anstrengend oder hässlich entstellt.

Dabei liegt manchmal gerade in diesem Anderssein ein unerklärlicher Reiz, eine kaum beschreibbare Schönheit, die nicht sofort erkennbar ist.Man braucht etwas Geduld und Offenheit, um sie zu sehen. Diese Fähigkeit hatte die Fotografin Diane Arbus. Leider setzte auch sie ihrem Leben ein frühes Ende. Zurück ließ sie beeindruckende Fotos, von genau diesen speziellen Menschen. Und nun ist ein ebensolcher Film über sie erschienen: „Fell“. In den Hauptrollen: Nicole Kidman als Diane Arbus und Robert Downey Jr. als ihr erstes Modell. – Wunderschön gespielt von beiden. Sehenswert.

Ebenso schön und „speziell“: Filme zum Mal-wieder-Anschauen: „König der Fischer“ – grandios gespielt von Robin Williams und Jeff Bridges, oder „Edward mit den Scherenhänden“ – genial Johnny Depp und Winona Ryder, die inzwischen auch so ihre Probleme hat, und natürlich „Einer flog über das Kuckucksnest“ – mit Jack Nicholson in einer seiner besten Rollen.
Also dann, genießt das Leben mit all seinen Facetten und vielleicht entdeckt ihr bei genauerem Hinsehen unter der einen oder anderen vermeintlich furchtbaren Oberfläche einen seltsam schönen Abgrund.

Januar 2008
Ein süßer, verführerischer Duft liegt in der Luft, mischt sich mit herzhaft Tomatigem und in meinem Mund ein Geschmack von etwas hochprozentig Süßem, Wuchtigem, das kurze Zeit später wie Sirup die Speiseröhre hinunter läuft. Im Klartext: Im Backofen bräunt mein selbstgebastelter American Apple Pie (der Duft von Apfel, Butter, Zucker und Zimt ist einfach himmlisch), auf dem Herd blubbert meine selbstgemachte Tomatensoße (natürlich aus italienischen Dosentomaten, die auch nach Tomaten schmecken) mit Scampi-Einlage und echtem Schafskäse, und in der Hand halte ich ein großes Glas Rumtopf, der seit fast acht Monaten genau auf diesen Moment hinreift. – Lecker!
All dies kann nur eines bedeuten: Es ist mal wieder Jahreswechsel. The same procedure as every year.

Dazu gehört, nach leckerem Schlemmen, entspannt zum Sitzmöbel zu schreiten, dort eine dicke Zigarre zu köpfen (natürlich einen Longfiller aus dem Tropenklima simulierenden Humidor), diese langsam anzurauchen, sich zurückzulehnen, die Augen kurz zu schließen und … lächelnd genießen.

Kurze Zeit später ist aus dem Lächeln ein fettes Grinsen geworden, denn mein Gehirn weiß genau, was jetzt folgt: Meine Lieblings-Silvester-Filme warten darauf, in den DVD-Player zu gleiten, um mich mit diesem Grinsen in ein neues und hoffentlich wieder schönes und interessantes Jahr zu schicken.

Na dann – Ach ja, wen es interessiert: Folgende Filme sind am Start, wobei die Reihenfolge durchaus variiert und es nicht ausgeschlossen ist, dass es irgendwann Neuzugänge gibt: Quentin Tarantinos „Four Rooms“, „Fear and loathing in Las Vegas mit Johnny Depp und Benico del Torro, „The big Lebowski“ – genial, Jeff Bridges als der „Dude“ und zum Abschluss und vor dem Zubettgehen „The Doors“ mit Val Kilmer als Jim Morrison in seiner besten Rolle – er singt alle Songs selbst. – Beeindruckend!
Am 1. des neuen Jahres werdet ihr mich dann, wenn ihr wollt, wieder in der Videothek antreffen. Und sollte ich nicht ganz so frisch aussehen, keine Ahnung, woher das kommt. Ich weiß nur eines: Das geht mir jedes Jahr so.

Bleibt gesund und schaut mal rein,
euer Mathias.