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Also noch eine Filiale einer großen Handelskette, die das Bild jeder deutschen Einkaufsstraße so austauschbar machen – so oder ähnlich mag der geneigte, noch nicht gentrifizierte Leser denken. Ausgeschlossen, dass sich eine Filialleiterin im gleichen Maße für ihren Ortsteil einsetzen kann, wie ein regionaler Ladeninhaber? Mit Ideen für den Kiez, sozialer Verantwortung und Nachhaltigkeit und nicht zu vergessen: Freude an der Arbeit? Die Filialleiterin der dm-Filiale Adlershof, Manuela Dotzer, tritt den Beweis an. Mit ihrer kraftvollen Ausstrahlung und dem Anspruch einen Laden zu führen, der eine Bereicherung für den Kiez darstellt.

Sie ist Keine die zaudert, dass wird mir schnell klar im Verlauf unseres Treffens, im Pausenraum der Filiale. Noch einmal vom Brot abbeißen und dann ist Sie bereit zum Gespräch.

Seit Januar leitet sie die neue Filiale in der Dörperfeldstraße. Jede Menge Elan und Erfahrung hat Sie mitgebracht. 1965 geboren, entschied sie sich, gleich nach der Ausbildung zur Fachverkäuferin – damals noch in dem kleinen Land DDR, in dem ein Filialleiter vielleicht Verkaufsstellenleiter hieß, vielleicht auch ganz anders, aber das ist an dieser Stelle unwichtig. Manuela Dotzer sammelte mit 22 Jahren bereits erste Leistungserfahrungen in der HO-Sport. Damals arbeitete sie am Frankfurter Tor, im 2haus für Sport und Freizeit“. Mit der Wende änderte sich das Wirtschaftssystem ihres Landes. Sie wurde vom neuen Unternehmen übernommen. Geholfen hat ihr der Glaube a die eigene Kraft. „n der DDR haben wir so gearbeitet und in dem neuen System arbeite wir anders, aber wir werden das lernen. Was soll passieren?“, war ihre Einstellung jener Jahre. Es folgten gute Berufsjahre, aber es kamen auch schwere Zeiten. Erfahrungen, die an der Gesundheit nagten und Entscheidungen verlangten. Sie entschied sich für den Schritt nach vorn. Schwierigkeiten sind dazu da, um an Ihnen zu wachsen. „Was mich nicht umbringt , macht mich stark“.

 

Und so sitzt sie mir gegenüber und erzählt mit Freude von den Gründungstagen der Filiale, dem Team, das gut zusammen arbeitet und sich gegenseitig unterstützt. Denn so ist es gedacht. Miteinander gut und fair zusammen arbeiten. Sie hat sich ihr Team selbst ausgesucht. Die Mitarbeiter wohnen in der Umgebung, das war ihr wichtig. Und alle Altersstufen sollten vertreten sein. In einer derart gemischten Struktur kann man nach ihren Erfahrungen am besten zusammen arbeiten und von einander profitieren.

Sie ist begeistert von den Arbeitsbedingungen, der Firmenphilosophie und auch der Bezahlung. Es arbeitet sich anders als bei ihrem letzten Arbeitgeber –  ebenfalls ein Drogeriediscounter. Ihr ist die Gesundheit der Mitarbeiter wichtig, Freude an der Arbeit im Team und die Zufriedenheit der Kunden, dabei fühlt sie sich von „ihrem Unternehmern“ unterstützt.

Nachhaltigkeit ist ein Schlagwort, welches sie sofort mit praktischen Beispielen aus dem Ladenalltag füllen kann. Zwei Bücher des Firmengründers „Götz Werner“ hat sie bereits gekauft. Auf meine Anmerkung zum bedingungslosen Grundeinkommen nickt sie wissend. Frau Dotzer leistet ihren Beitrag zur Umsetzung der Firmenphilosophie.

 

Auf die Frage, nach ihren Erfahrungen in anderen Filialen, antwortet sie, dass sie bei den Adlershofer Kunden durchaus Unterschiede bemerke. Sie seine alle ausgesprochen höflich und verständnisvoll.

Und das in Berlin! Nicht zuletzt aus dieser Erfahrung heraus sind ihr die Wünsche der Adlershofer Kundschaft ein besonderes Anliegen. (Leider seinen diese noch zögerlich in Ihren Äußerungen.) Zum Einschulungstag gab es daher schon mal eine Schultütenaktion (ohne Süßigkeiten), zu Helloween hingegen wurde geschmückt und Süßes verteilt – wer will auch schon Saures? Zum Nikolaus können Kinder ihre Stiefel in die Filiale bringen. Und zu Weihnachten? Das hat sie mir nicht verraten. Aber Weihnachten ist ja schließlich das Fest der Heimlichkeiten. Lassen Sie sich einfach überraschen.