Fünf Prozent Talent

Um es in die Weltspitze zu schaffen, seien nur fünf Prozent Talent nötig, der Rest sei Arbeit, Arbeit, Arbeit. Arkadij Naiditsch (29) sagt das, Deutschlands bester Schachspieler. Einer, der nicht auf Bildung und Schule gesetzt hat. Einer, der hoffte, auf andere Weise ganz nach oben zu kommen. Mit 15 Großmeister, mit 17 Gymnasium-Abbruch. Heute Platz 38 in der Weltrangliste und neuer Angstgegner von Weltmeister Magnus Carlsen (24). Den schlug Naiditsch in den letzten beiden Turnierpartien und ist dennoch inzwischen weit entfernt davon, selbst eines Tages auf den Thron zu steigen. Er lebe gut vom Schach, fahre ein teures Auto, heiratete vor kurzem eine Schachspielerin (20), die aussieht, als sei sie ein Model. Um dauerhaft ganz oben mitzumischen, sagt er selbst, fehle es ihm an der Einstellung. Sich mit guten Freunden zu treffen, sei wichtig. Mal um die Häuser zu ziehen. Auch die Ernährung könnte gesünder sein. Er und US-Italiener Fabio Caruana (22, Nr. zwei der Weltrangliste) sind im Moment die einzigen, an denen Carlsen regelmäßig verzweifelt. Caruana sagt: „Wir lassen uns von seinen Zügen nicht einschüchtern, haben keine Angst vor ihm.“ In der Schule haben das beide nicht gelernt. Naiditsch fragt: „Wer jeden Tag acht Stunden im Unterricht sitzt, was kann der schon erreichen?“ Kinder, Kinder, bitte nicht nachmachen! Geschätzte 100 Leute auf der Welt kommen als Schachspieler luxuriös durchs Leben. Alles Leute, die besagte fünf Prozent Talent mit in die Wiege gelegt bekommen haben...
MBB81_schach Naiditsch-Schnur, Bad Wörishofen 2002, Weiß am Zug setzt matt.   Lösung der Aufgabe aus Maulbeerblatt Nr. 80: 1. Dg4, Kh7 (Kf6. 2. Dh4 nebst De7), 2. Dh4 Kg7 3. Tg6 und 4. De7

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