WEISS AM ZUG GEWINNT

Damen sind die mächtigsten Figuren auf dem Brett, aber die meisten Spielerinnen, die sie ziehen, haben schwer zu kämpfen. Schach ist viel zu männlich! Der Frauenanteil in Vereinen liegt bei mageren sechs Prozent. Anna Ushenina (Ukraine, 27) etwa, die aktuelle Weltmeisterin, belegt in der Unisex-Weltrangliste lediglich den 1222. Platz. Elisabeth Pähtz (28, Deutschlands Nr. 1) brachte es in einem Interview mal auf den Punkt: „Frauen verdienen mit Schach nur gutes Geld, wenn sie ihren Körper ins Spiel bringen.“ Gemeint ist zum Beispiel Marija Manakova (38), ehemals Russlands Nr. 4. Die schuf nackte Tatsachen und zog für Zeitschriften-Fotos blank. Auch andere modelten und zeigten reichlich Dekolletee. Was einzelne Funktionäre fast um den Verstand bringt. Bei den Europameisterschaften 2012 ordneten sie einen Dresscode an: keine Hüte, keine Flipflops, keine kurzen Röcke und das mit den Blusen-Knöpfen wurde ebenfalls geregelt. Nur die obersten zwei dürfen geöffnet sein. Schach-Genie Bobby Fischer („Schach ist besser als Sex“) tönte einst: „Es gibt keine einzige Frau, der ich nicht einen Springer vorgeben könnte und trotzdem gewänne.“ Was für ein Macho! Gegen Profis wie Ushenina, Pähtz und Co. hätte er mit Minus-Figur kaum Chancen. Und gegen Judit Polgár (36) schon gar nicht. Die Ungarin ist mit Abstand die beste Spielerin der Welt. Wohl deshalb, weil sie an reinen Frauenturnieren gar nicht erst teilnimmt: „Die sind unter meinem Niveau.“ Stattdessen misst sich die 55. der Unisex-Liste fast ausnahmslos mit Kerlen und haut die stärksten Könige um! Wie hier den heutigen Weltmeister.

J. POLGAR – V. ANAND, WIJK AAN ZEE 1998
WEISS AM ZUG GEWINNT

Lösung der Stellung aus MBB 60: 1. LE3, 2. FE3 g4, 3. KH6 G3, 4. KH7 A2, 5. LA2 KA2, 6. H6 G2, 7. KH8 G1D, 8. H7 – dann setzt das Manöver DG6, DF7, DF8 matt.