miomio

Bosse ist ein Außenseiter. In der Schule will niemand mit ihm spielen und er vergräbt sich oft in seine Märchenbücher – er ist einfach uncool. Aber Bosse hat auch allen Grund dazu; er hat nämlich keine Eltern und wächst bei Pflegeeltern auf, die ihm das Leben schwer machen. Oft weint er nachts und träumt von seinem richtigen Vater oder einem Leben, wie das seiner Helden in den Märchenbücher. Zum Glück gibt es seinen besten Kumpel Benke, der ihn nicht aufzieht und gern Bosses phantastischen Geschichten lauscht. Doch eines Tages taucht Bosse tatsächlich mitten in ein Abenteuer. Eine Postkarte, ein Apfel und eine Flaschenpost, in der ein Geist wohnt, sind Schuld daran.

Der Geist ernennt Bosse zum Prinzen Mio und fordert ihn auf, mit in „das Land der Ferne“ zu kommen. Er soll dort all die Kinder retten, die der böse Ritter Kato von ihren Eltern getrennt und in Vögel verwandelt hat. Der Geist vertraut auf Mios Mut, Tapferkeit und Stärke – als Prinz Mio hat Bosse plötzlich Superkräfte. Er trifft den König des Landes der Ferne und erkennt in ihm seinen richtigen Vater, sie fallen sich das erste Mal in die Arme. Sein Vater ist, wie er es immer geahnt hatte: freundlich und liebevoll. Auch sein bester Freund Benke wohnt im Land der Ferne, doch heißt er hier Jum-Jum. Es könnte das Paradies für Mio sein – wäre da nicht Ritter Kato mit dem eisernen Herzen. Mio bleibt keine Wahl; er muss Ritter Kato vernichten – seine Chance all den Mut und die Stärke zu beweisen, die er sich immer erträumt hat. „Mio, mein Mio“ wurde 1965 mit dem Deutschen Kinderbuchpreis ausgezeichnet.

Der Berliner Regisseur Yüksel Yolcu, ausgezeich- net mit dem Brüder-Grimm-Preis zur Förderung des Kinder und Jugendtheaters in Berlin, zaubert dieses poetische Märchen erstmals auf die Astrid-Lindgren Bühne im FEZ Wuhlheide. Yolcu faszinierte die Geschichte, die von der Freiheit der Kindheit erzählt, einerseits von der Suche nach Familie, aber auch der Loslösung von vielen Schranken. Bosse alias Mio findet Mut durch Vertrauen in sich selbst.
Das Ensemble aus 5 Schauspielern und einem Musiker wird die kleinen und großen Zuschauer in ein phantastisches Land voll süßer Klänge führen.

Foto: Jörg Metzner


Lisalotta Köhler

Ein Beitrag von Lisalotta Köhler

Kann nicht mit der und nicht ohne die Heimat. Theatermädel, Vagabund, klassische Hupfdohle, manische Bücherhorterin, wortverliebt, nimmersatt. Zitat: „Weeß ick nich, erklär mir mal!“