Bezirksstadträtin Cornelia Flader
Kein Schwimmunterricht ist kein Zustand

Stadträtin für Weiterbildung, Schule, Kultur und Sport Cornelia Flader

Was bringt 2018 für Treptow-Köpenick. Wir haben eine handverlesene Auswahl von Akteuren und Verantwortungsträgern im Bezirk gefragt. Heute: Cornelia Flader, Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Schule, Kultur und Sport.

Was möchten Sie 2018 unbedingt in Ihrem Ressort erreichen? Welche konkreten Projekte möchten Sie Ende 2018 erfolgreich umgesetzt erreicht haben?
Wir haben eine Menge vor. Im Moment haben wir besonders in Musikschule, Bibliotheken und Schulamt hohen Bedarf. Ich versuche auch, die Abteilung so transparent und offen zu vertreten, dass sich Bürgerinnen und Bürger, aber auch die BVV immer umfassend informiert fühlen.

Im Schulbereich übergeben wir 2018 Modulare Ergänzungsbauten an zwei Schulen und stellen die Weichen für weitere Schulen. Die Baumaßnahmen an der Kiefholz-Schule werden fertig. Wir erwarten das Ende der Sanierung der Sporthalle Glienicker Straße. Außerdem haben wir lange Listen mit Sanierungs-, Erweiterungs- und Ergänzungsmaßnahmen bei der Senatsverwaltung für Bildung eingereicht.  Für 2018 wünsche ich mir die dazugehörigen Zusagen, damit wir die Baufirmen entsenden können.

Im Sportbereich hoffe ich, dass das Nachwuchs-Leistungszentrum des 1. FC Union ein ganzes Stück vorankommt. Davon werden auch die umliegenden Sportvereine profitieren. Und es muss sich unbedingt etwas an der Schwimmhallensituation im Bezirk verbessern. Wir überall in Berlin haben wir viel zu wenig Wasserkapazitäten auch für die Schwimmvereine. Allein in Treptow-Köpenick haben heute fast 500 Schülerinnen und Schüler keinen Schwimmunterricht. Das ist überhaupt kein Zustand.

Bei Weiterbildung und Kultur baue ich auf ein möglichst breites Angebot in Bibliotheken, Museen, VHS und Musikschule – die Nachfrage in unserem Bezirk ist enorm, das können wir mit unseren bescheidenen Haushaltsmitteln gar nicht alles abdecken.

Wer oder was ist nötig, damit Ihr Plan aufgeht – und was könnte dem entgegenstehen?
Wir brauchen mehr Personal. Bis vor kurzem wurden die Bezirksämter kaputtgespart. Immer öfter habe ich auch den Eindruck, der öffentliche Dienst muss insgesamt als Arbeitgeber attraktiver werden, damit sich die guten Bewerberinnen und Bewerber bei uns melden. Das hat mit der Bezahlung zu tun, aber auch mit den Strukturen und der „Firmenkultur“, in der unsere Dienstkräfte arbeiten.

Für die Bauvorhaben hoffe ich auf die nötigen behördlichen Freigaben. Und natürlich brauchen wir trotz des Baubooms Firmen mit ausreichend Kapazitäten.

Woran werden die Bürgerinnen und Bürger in Treptow-Köpenick merken, dass Sie Ihre Ziele erreicht haben?
Wenn wir wirklich gut sind, merkt es niemand. Dann funktionieren Sport, Schule, Weiterbildung und Kultur einfach und die Bürgerinnen und Bürger bekommen für ihre eingezahlten Steuern einen echten Gegenwert. Das funktioniert nach langem Kaputtsparen im Bezirk noch erstaunlich gut – auch dank vieler engagierter Kollegen im Bezirksamt.

Was werden Sie tun, falls Sie Ihre Ziele nicht erreichen?
Ich bin mehr der Typ dafür, optimistisch in die Zukunft zu schauen.

Haben Sie privat auch Vorsätze gefasst? Wenn ja, welche?
Ich werde meine freie Zeit klüger für mich nutzen. Ganz privat.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „2018 werde ich in jedem Fall ……“
Kreuz und quer mit dem Fahrrad durch den Bezirk strampeln. Frische Luft macht den Kopf frei.

 

Foto: Matthias Vorbau

Anke Assig
Ein Beitrag von

Diplomierte Berlinerin mit Drang ins wildwüchsige Brandenburg. Sucht, hinterfragt, schreibt, liest und singt gern. Buddelt gelegentlich Pflanzen ein und aus. Zitat: „Das wird schon!“


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