Bezirksstadtrat Gernot Klemm
„Die Zeit des Sparens ist vorbei“

Was bringt 2018 für Treptow-Köpenick. Wir haben eine handverlesene Auswahl von Akteuren und Verantwortungsträgern im Bezirk gefragt. Heute: Gernot Klemm, stellvertretender Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat für Soziales und Jugend.

Was möchten Sie 2018 unbedingt in Ihrem Ressort erreichen? Welche konkreten Projekte möchten Sie Ende 2018 erfolgreich umgesetzt, welche Ziele erreicht haben?
Mit dem für 2018/19 beschlossenen Haushaltsplan des Bezirksamtes ist die lange Zeit des Sparens vorbei. Um den Erhalt bewährter Angebote des Sozialamtes – wie die bezirklichen Kiezklubs oder die Freiwilligenagentur STERNENFISCHER – und des Jugendamtes – wie die Jugendfreizeiteinrichtungen und Familienzentren – musste erstmals nicht gerungen werden. Stattdessen werden die Angebote ausgebaut.

Im Sozialbereich wird 2018 eine vom Bezirksamt finanzierte neue unabhängige Sozialberatung für Fragen zu Sozialrecht und Jobcenter an den Start gehen. Die Mittel für die bezirklichen Schuldnerberatungsstellen werden aufgestockt – hier prüfen wir die Möglichkeit der Eröffnung einer dritten Schuldnerberatung im Bezirk. Das Selbsthilfenetzwerk Leben im Kiez, das schon lange ehrenamtlich Seniorinnen und Senioren über Angebote im Wohnumfeld informiert, erhält ab diesem Jahr eine Regelfinanzierung; damit kann deren Arbeit professionalisiert werden kann.

Im Jugendbereich ist es gelungen, die Mittel für die bezirklichen Jugendeinrichtungen der Freien Träger der Jugendhilfe um 540 T€ zu erhöhen; damit können lang ausgebliebene Tarifanpassungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgenommen und die Ausstattungen der Einrichtungen deutlich verbessert werden. Mit der Kunger-Kiez-Initiative in Alt-Treptow geht in diesem Jahr ein neues Projekt der Familienförderung an den Start. Wichtigste Aufgabe des Jugendamtes bleibt die Schaffung neuer Kita-Plätze.

Wer oder was ist nötig, damit Ihr Plan aufgeht – und was könnte dem entgegenstehen?
Voraussetzung für alles ist eine funktionierende Verwaltung. Mittlerweile schlägt sich der öffentliche Dienst tagtäglich mit dem Problem des Fachkräftemangels herum. Zahlreiche freiwerdende und 20 in diesem Jahr neu geschaffene Stellen in meiner Abteilung können nicht zeitnah besetzt werden, weil es nicht genügend geeignete Bewerberinnen und Bewerber gibt. Besonders dramatisch ist die Situation im Bereich der Pflegedienste, bei Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern oder im Kita-Bereich. Wenn es nicht genügend Erzieherinnen und Erzieher gibt, hilft eine neu gebaute Kita niemandem.

Woran werden die Bürgerinnen und Bürger in Treptow-Köpenick merken, dass Sie Ihre Ziele erreicht haben?
Daran, dass die genannten Einrichtungen erfolgreich an den Start gehen und dass es ab September 2018 wieder etwas einfacher für Eltern wird, einen Kita-Platz zu bekommen.

Was werden Sie tun, falls Sie Ihre Ziele nicht erreichen?
Weiter hart daran arbeiten.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „2018 werde ich in jedem Fall……“
… noch mehr um Verständnis dafür werben, dass auch die motivierteste Bezirksverwaltung in einer rasch wachsenden Stadt, mit einer erfreulich hohen und so nie prognostizierten Geburtenzahl, immer wieder für einige Zeit an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit stoßen wird.

 

Foto: Matthias Vorbau

Anke Assig
Ein Beitrag von

Diplomierte Berlinerin mit Drang ins wildwüchsige Brandenburg. Sucht, hinterfragt, schreibt, liest und singt gern. Buddelt gelegentlich Pflanzen ein und aus. Zitat: „Das wird schon!“


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