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prinzessin

Ihre Hoheit, die Prinzessin sind verzweifelt: Alle anderen Prinzessinnen haben ihre eigene Geschichte im Großen Märchenbuch. Schneewittchen, Rapunzel und die ganzen anderen Tussen – nur ihre Hoheit haben keine abbekommen! Ihr Reich ist nämlich so klein, dass die Geschichtenschreiber sie schlicht vergessen haben. Und die Prinzen dummerweise auch. Wie schafft sie es nur eine eigene Geschichte im Großen Märchenbuch zu ergattern und auf diese Weise berühmt und beliebt zu werden – und wenn wir schon dabei sind, auch gleich einen feschen Prinzen auf sich aufmerksam zu machen? Sie würde so ziemlich alles dafür tun. Auf der anderen Seite scheint das auch alles ziemlich anstrengend zu sein. Es wäre gut, wenn man die Aufgabe an jemanden deligieren könnte, der sich damit auskennt.
Auftritt: Der Hofnarr. Der ist unternehmungslustig, voller Gewitztheit und strotzt vor Ideenreichtum. Nach kurzer Zeit stellen sich jedoch Zweifel an der Qualifikation des Hofnarrs bei der Prinzessin ein. Sind das wirklich alles so gute Ideen, die zum ersehnten Ziel führen oder hat dieser Narr gar andere, ganz eigene Interessen? Außerdem scheinen seine ach so tollen Ideen nur wenig von Erfolg gekrönt zu sein … kann es für die Prinzessin ein märchenhaftes Happy End geben?

Die Illustratorin und Kinderbuchautorin Susanne Straßer liefert  mit ihrem preisgekröntem und 2013 verfilmten Werk „Das Märchen von der Prinzessin, die unbedingt in einem Märchen vorkommen wollte“, (Hinstorff Verlag) die Vorlage für die Inszenierung von Kai Schubert und Tobias Unterberg (The Inchtabokatables“, Deine Lakaien, New Model Army, und Subway to Sally) am Schlossplatztheater. Da Straßer mit ihren Illustrationen gekonnt mehr erzählt, als es der reine Text hergibt, sahen Schubert und Unterberg viel Raum für Ihre Interpretation des zugrunde liegenden Themas: Wer bin ich – wer will ich eigentlich sein? Wie werde ich wie der? Unterberg: „Mit etwas Glück erwischen wir die Kids an einem Punkt bevor sie die erste Castingshow gesehen haben.“ Kai Schubert: „Es ist ein toller Mix aus versponnenen, lustigen, seltsamen Geschichten, der die Grimm-Märchen auch auf die Schippe nimmt. Außerdem öffnet die kompakte Erzählweise Straßers eben auch Raum für viel Musik – und die kommt live von Tobias.“ Die Inszenierung verwandelt das bekannte Bilderbuch in Musiktheater für junge Zuschauer (ab 6 Jahren), die aktiv das Musikmachen mitgestalten können. Birgit Blasche und Jelena Fräntzel geben mit Witz, Charme und Freude am Spiel die Prinzessin bzw. den Hofnarr. So war es eine Freude bereits den Proben beizuwohnen und die Entwicklung der Figuren verfolgen zu dürfen.

Musik und Musikalische Leitung: Tobias Unterberg, Textfassung und Regie: Kai Schubert, Ausstattung: Frauke Menzinger, Mit: Birgit Blasche, Jelena Fräntzel, Tobias Unterberg (Cello)

Do 18. Mai 10:00 Uhr
Fr 19. Mai 10:00 Uhr
Sa 20. Mai 16:00 Uhr
So 21. Mai 16:00 Uhr

SCHLOSSPLATZTHEATER Alt-Köpenick 31, 12555 Berlin, T. 030 / 651 65 16
Mehr unter www.schlossplatztheater.de


Matthias Vorbau

Ein Beitrag von Matthias Vorbau

Matthias Vorbau nennt sich Chefredakteur des Maulbeerblattes. Eigentlich ist er Kommunikationsdesigner mit Diplom. Zitat: "Das Leben zwingt einen zu zahlreichen freiwilligen Entscheidungen."