Das Ende von Friedrichshagen

alf64 Es begann im Jahre 2013 bei Bauarbeiten am Müggelseedamm. Erst stieß man auf ein menschliches Skelett. Dann auf das zweite. Es war ein Friedhof. Die Radiokarbonanalyse ergab ein Alter von etwa 10.000 Jahren, aber Kleidung und Schädelgrößen passten nicht ins Bild jener Zeit. Alle Bauarbeiten wurden eingestellt, und die Archäologen übernahmen das Kommando. Ultraschalluntersuchungen ergaben, dass sich ganz Friedrichshagen über einer uralten Stadt befand. Also wurden alle Einwohner umgesiedelt, und es begann die umfangreichste Ausgrabung seit Troja. Nach zwei Jahren war nichts mehr von dem idyllischen Ausflugsort übrig. Stattdessen erhob sich aus 20 Metern Tiefe eine fast vollständig erhaltene rätselhafte Stadt. Und im Zentrum befand sich - eingemauert in einen prunkvollen Palast - ein UFO! Das Logbuch wurde gefunden und entschlüsselt. Offensichtlich waren Außerirdische vom Jupitermond Ganymed hier gelandet, hatten sich mit Urmenschen gepaart und so eine überlegene Superrasse geschaffen, die dann Jahrtausende lang ganz Eurasien dominierte: Die Atorianer. Als die Regierung von Ganymed bemerkte, was hier geschehen war, griffen sie ein, um der Menschheit wieder eine natürliche Entwicklung zu ermöglichen. Doch auch die Atorianer hatten ein Recht auf ihre Existenz. Man einigte sich folgendermaßen: Das Imperium wird beendet, die Machtzentrale am Müggelsee zugeschüttet, alle Atorianer werden nach Ganymed umgesiedelt. Nur ein Vertreter verbleibt hier, um darüber zu wachen, dass kein Mensch sich jemals an der heiligen Stätte, dem Ursprungsort Atoriens vergreift. Denn das war die Bedingung für ihre Kapitulation. Leider war genau dies nun geschehen. Und prompt erreichte uns per Asteroid eine Rechnung über 1 Billion Euro. Fazit: Friedrichshagen ist weg, und wir sind endgültig pleite. Wie konnte es nur soweit kommen? Offensichtlich hatte der Wächter die Behörden tatsächlich gewarnt und protestiert, doch niemand hatte ihm geglaubt, dass er der rechtmäßige Besitzer Friedrichshagens sei. Ach könnten wir doch die Zeit zurückdrehen! Wir würden ihm eine unanfechtbare Besitzurkunde ausstellen, ihm ein Wassergrundstück seiner Wahl gewähren und sogar Miete abdrücken, damit wir auf seinem Besitz leben dürfen! Das würden wir. Oder?

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