Die Schlimmsten hängen am höchsten

Wahlkampf. Alles was wenigstens halbwegs im Straßenland verankert ist, dient als Plakathalter – alles vom Hundehaufen bis zum Straßenfeger-Verkäufer wird zuplakatiert. Die SPD wirbt nur mit Gesichtern und ohne Texte oder Slogans. Grinsen und offen und ehrlich dazu stehen, keine Meinung zu haben – das ist Mut! Die CDU schont den Bürger und reduziert sich auf zwei Wörter: „Gerade. Richtig.“ Das beschreibt weniger den politischen Kurs, eher den neuen Besenstiel, den ich noch kaufen muss. Dann sind da noch die Grünen, die von Friederike Hagens „Wenn dann anders“ lernen und es mit einem sanfteren „DA müssen wir was machen“ versuchen, Inhalt: Kreuz machen und du kannst des Nachts wieder gut schlafen.

Nur eine Partei gibt sich wirklich Mühe, das Wahlkampfplakat wieder als Höhepunkt deutscher Kultur und künstlerischer Finesse zu nutzen. Die Macher wandeln auf den Pfaden Goethes, Schillers, Hohlweins, Nietzsches und auf denen von Attila. Hier wird nicht einfach mit Phrasen gedroschen, hier wird Wort für Wort, Buchstabe für Buchstabe und Rasterpunkt für Rasterpunkt geschmiedet. Wo andere Parteien nur plakatieren, steigen die Kameraden hoch hinauf um dem Rest der Welt mit zwei Worten zu sagen, wie der edle Deutsche auf so einfache, industriell-produktive und doch so traditionelle Art und Weise seine Probleme zu lösen sucht: „Gas geben!“
Doch das ist nur der Höhepunkt jener Sinfonie, die uns mit Worten wie Gewitter sagt, wie das Ariertum noch zu retten ist.

„Ist der Ali kriminell – in die Heimat, aber schnell!“
Versmaß, Reimschema, Rhythmus, rhetorische Figuren – genial vereint! Das sind Worte, die man nicht nur liest, sie singen sich dem Leser ins Ohr. Ist das nicht sogar das Finale aus dem Gemeinschaftswerk von Goethe und Wagner, unter persönlicher Beratung Friedrichs des Großen, nackt vom Führer persönlich uraufgeführt im Wohnzimmer der Familie Goebbels? Mir stellt sich nur ganz nebenbei die Frage: Warum soll der kriminelle Deutsche vor Gericht, aber Ali darf einfach nach Hause?

„Guten Heimflug“
In Köpenick gerade ein ganz heikles Thema: Fliegen. Durch die vielen lächelnden Menschen buntesten ethnischen Hintergrundes auf einem kleinen Teppich sitzend wird deutlich: Der Rest der Welt kommt mit sich klar, nur wir nicht mit dem Rest der Welt. Das ist okay. Doch fliegen? Bei dem Mitbürger-mit-Migrationshintergrund-Anteil allein in Berlin müsste das einen Ausbau des Großflughafens Schönefelds weit über seine bisher geplanten Grenzen bedeuten. Gewagt!

„Bildung wie in Finnland: PISA-Studie Platz 1, Ausländeranteil 2%“
Das ist eine Forderung nach kultureller Erweiterung, der nicht einmal eine Ausländerpartei nachkommen kann: Finnisch als Staatssprache. Wir sind zu viel Kultur bereit, aber nur um eine Studie im Ausland zu gewinnen, die Bildung und Kultur aus dem Ausland zu übernehmen, die eigene Identität aufzugeben. Das ist zu viel des Guten! Zumal damit ein Ausländeranteil von 2% schwierig wird bei all den Ausländern (also Finnen), die durch diesen Schritt auf 98% ansteigen.

„Wehrt euch!“
Das werden wir tun, liebe NPD, macht euch keine Sorgen! Wir bleiben demokratisch, wir wehren uns!


Johannes Großer

Ein Beitrag von Johannes Großer

Die Faust des Maulbeerblattes, Verlagskaufmann, Webentwickler und Fotograf aus Passion. Er ist das Allroundgenie beim Maulbeerblatt und zeitgleich THW-Helfer und Feuerwehrmann. Zitat: „Ich mach das alles sogar gerne!“