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ALaRmNeue Horrormeldungen vom Müggelturm
Vor vertraut-morbider Kulisse fiel an einem sonnigen Oktoberwochenende die letzte Klappe des ersten Horror-Splatter-Zombie-Movies, gedreht auf Köpenicker Boden. Asha Bhambry und Hans Klauke sind die Initiatoren des Spektakels, welches mit viel Improvisationstalent, Kunst- und Herzblut realisiert wurde. Im Interview mit dem Maulbeerblatt gestatten die beiden einen Einblick in ihr ambitioniertes Projekt.

Wie ist der Titel Eures Filmes? Um was geht es?

Asha: Also der Arbeitstitel ist „la porte de la mort“, aber ich weiß noch nicht, ob mort oder morte richtig ist …

Hans: In diesem Film gehts – um was sonst – um Zombies, also ein allseits bekanntes Problem, was jeden von uns betreffen kann.

Asha: Es geht um eine junge Frau, die auf Party druff ist und in ihrer Fantasie auf Zombies stößt. Sie versucht, ihnen zu entkommen und findet alte Freunde wieder, die ihr helfen.

Wie seid Ihr auf den Müggelturm als Drehort gekommen?

Asha: Der Müggelturm war, glaube ich, seit Lebzeiten Hans‘ Traum…

Hans: Nun ja, in gewisser Hinsicht is das ja das Wahrzeichen Köpenicks und was soll man sonst als finale Szene nehmen oder wo sonst sollte man der Handlung ein so gigantisches Ende geben? Höchstens auf dem Fernsehturm, aber das war uns zu teuer.

Asha: Dazu muss ich sagen, dass ich nicht aus Köpenick komme und mir das Wahrzeichen eigentlich Wurst ist!!! Aber der Turm ist schon cool, weil die Aussicht so geil ist, und der Wald drumrum ne coolere Kulisse ist, als die Stadt.

Den Plot habt Ihr selbst in der marokkanischen Wüste geschrieben. Wie kamt Ihr an diesem fernen Ort darauf, einen Local-Zombiefilm zu drehen?

Hans: In der Sahara liegen die Wurzeln unseres filmischen Schaffens.

Asha: brigens war es nicht die marokkanische Wüste! sondern die Westsahara (Genauer: in einem Flüchtlingslager in Algerien! Mehr dazu: www.projektgruppe-westsahara.org) In der Wüste haben wir das erste Mal aus Langeweile einen Zombieclip gemacht. Wir haben eine von den Dokukameras genommen und sind schreiend durch die Wüste gerannt. Dann haben wir uns vorgenommen mal nen richtigen Film zu machen und dann erst kam die Story. Letzten Sommer.

Hans: Und ta ta – was soll man sagen? Es ist ein Meisterwerk entsanden.

ber 40 Leute konntet Ihr über fünf Drehtage für Euer Projekt begeistern. Wie habt Ihr das geschafft?

Asha: Es waren 40! Wenn man alle zählt die beteiligt waren. also wir haben nicht nur viele Freude, sondern auch sehr Coole! Weil wir cool sind! Und weil man seit Monaten über nichts anderes mehr mit uns reden kann.

Hans: Jep! Für so ein gewaltiges Programm braucht man natürlich Verbindungen… zum Glück sind wir beiden an sehr vielen sozialen Projekten beteiligt wo man genug kontakte knüpfen kann. Wir mußten leider Brett Pit und Arnold absagen da dies ja ein guter Film werden sollte und natürlich wollten wir auch neue Talente auf die Bühne bringen.

Asha: und vieles ist durch Zufälle passiert, da waren dann Freunde die sich zufällig vor wenigen Wochen ein Softgunarsenal gekauft haben oder andere, die selbst mal nen Film drehen wollten und noch Material übrig hatten…

Wie haben die Ausflügler auf dem Turm bei Eurem Anblick reagiert?

Asha: Also zwei Kinder haben fast geweint. Das war sehr interresant… Ein Großteil hat sich gefreut als sie sahen, das da ein Film gedreht wird und als sie sahen was für einer sind sie schnell wieder abgehauen. Die, die den Sonnenuntergang sehen wollten (genau in dem Moment als ganz oben der Showdown stattfand) waren, glaube ich schon etwas … ungeduldig… aber einer hat mit seinem Handy mitgefilmt. Und viele haben gelacht.

Hans: Viele haben sich trotz des fiesen Makeups nicht dran hindern lassen, begeistert durchs Bild zu rennen. Was dem Ende natürlich eine gewisse Würze gibt.

Asha: Als wir im Wald waren zum Beispiel. Da kamen sie von weitem an und haben nur Leute rumstehen sehen, und plötzlich haben wir uns umgedreht, da haben sich ein paar leute ganz schön erschreckt! Aber die fanden es witzig. Die älteren Kinder waren total begeistert und manche Eltern hatten zu tun, ihre Kinder da weg zu zerren.

Hans: Und wir wurden sogar wiedererkannt… „Das sind doch die, die letzte woche im Sumpf gedreht haben! Vielleicht können wir jetzt mit machen?“

Wann wird der Film zu sehen sein?

Asha: Nun ja, da wir erst ein Drittel geschafft haben – frühestens im Frühjahr 2012.

Hans: Jep, Frühjahr.

Asha: Wir müssen bis Ende März schneiden, Effekte raufsetzen, Sounds einsetzen, synchronisieren und dann noch den Soundtrack raufmachen (die zwei Freunde von der Band Karins Rache komponieren noch.) Das dauert ewig. und wir haben ja auch noch ein Leben.

Hans: Aber das ist unsere absolute Deadline…

Asha: Mittlerweile haben wir 18 Kasetten glaub ich. Fast alle sind voll!

Hans: Also ca. 18 Stunden Rohmaterial!

Asha: Und wir haben noch nicht wirklich ne Ahnung vom Schneiden. Aber wenn der Film kommt, wollen wir ihn vielleicht bei ein paar Trashfilmfestivals einschicken oder vielleicht sogar ne Premiere im Kino veranstalten. Und dann gibts den auf DVD mit ner ganzen Menge Bonusmaterial!!! 1. Making of, 2. Live Konzert von Karins Rache und 3. ein Exklusivinterview mit den Starregisseuren (das sind wir!!!)

Hans: Natürlich haben schon bei bekannten Cuttern aus Film und Fernsehen angefragt aber wen wir davon nehmen ist noch nich ganz klar.

Wollt ich gerade fragen. (Das mit den Festivals)

Asha: Naja, mit den Festivals ist alles noch nicht sicher. Wir müssen uns erst mal in der Festivallandschaft umschauen. Aber ein paar sind Muss – Berlinale, Cannes… aber für die Oscars sind wir zu cool.

Hans: Cannes hat ja schon angefragt aber wir wollten ja ein kleines Ereignis machen und es nicht so an die große Glocke hängen..

Asha: Vielleicht wird es bei der Premiere die goldene Machete geben. Eine Auszeichnung von uns für uns.

Das ist doch ein schöner Schlusssatz. Ich danke für das Gespräch. Viel Spaß beim Erfolg.

 

 


Matthias Vorbau

Ein Beitrag von Matthias Vorbau

Matthias Vorbau nennt sich Chefredakteur des Maulbeerblattes. Eigentlich ist er Kommunikationsdesigner mit Diplom. Zitat: "Das Leben zwingt einen zu zahlreichen freiwilligen Entscheidungen."