Entscheidungen. Immer muss man sich irgendwie für irgendwas entscheiden. Find ich die Abwrackprämie nun toll, weil ich ja selber einen Uraltopel fahre, oder ist es nicht doch besser, mit den Milliarden (wo kommen die eigentlich so plötzlich her?)etwas Sinnvolles für Kinder, Kranke und fast Verhungerte zu tun? Bin ich für oder gegen Gewaltdarstellungen in Filmen und Spielen für Erwachsene (und was haben eigentlich die alten Römer so für Filme/Spiele konsumiert, so wie die drauf waren?). Und jetzt wo die Krise da ist (oder kommt sie erst noch?), bleib ich nun besser ganz still zu Hause und atme ganz vorsichtig durch den Po oder genieße ich mein Leben noch intensiver, so mit Freunden, gutem Essen, leckerem Wein und einem schönen Film?

Apropos, gerade will ich einen solchen Genießertag vorbereiten, muss ich mich schon wieder entscheiden: Welcher Film solls sein? Australia mit Nicole Kidman und Hugh Jackman oder Nordwand mit Johanna Wokalek (Barfuß), Benno Führmann und Florian Lukas. Hab ich heute Lust auf grandiose Bilder vom Australischen Outback, auf Sonne, Liebe, Leidenschaft und Verzweiflung in den Augen von Nicole Kidman dazu (für die interessierte Damenwelt) den entblößten, muskulösen, behaarten und mit Wasser übergossenen (natürlich nur um den Staub abzuspülen) Oberkörper von Hugh Jackman (X-Men, Wolverine), riesigen Rinderherden, urigen Aborigines, fiesen Schurken und das alles drei Stunden lang? (Genau mein Ding).

Oder doch lieber eine wahre Begebenheit aus den späten 30er Jahren? Die dramatische und tragische Geschichte eines deutschen und östereichischen Bergsteigerteams. Beide versuchen, die damals noch unbezwungene Eiger-Nordwand zu erklimmen. Nach ruhiger ersten Stunde stockte mir in der zweiten beim ansehen der fulminanten Bilder (man hat das Gefühl, im Berg zu sein) mehrmals der Atem und ich litt körperlich mit. Ganz großes Kino. (Jetzt weiß ich, dass die Entscheidung Taucher zu werden für mich die richtige war). Tja, was nun? Lass uns doch einfach beide Filme kucken, sagt der kleine Junge in mir. Genialer Plan, genau so machen wir das (ich liebe diesen Burschen).

Also dann, ich wünsche euch, dass ihr meistens gute Entscheidungen trefft. Im Zweifel sollten wir vielleicht einfach mal innehalten und überlegen, was für uns alle – arm, reich, jung, alt, gesund, krank, männlich, weiblich, motorisiert, laufend, kriechend, fliegend, schwimmend, neu hier oder Ureinwohner – so am Besten wäre und dann entscheiden. Was wär das wohl für ne Welt … und würd ich die gut finden? Entscheidungen, Entscheidungen.