Naylas Traum!

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen, meinte Schmidt. Aber – urteilt selbst! Es ist das Jahr 2019! Der BER wird endlich eröffnet. Wowi ist zwar schon vor langer Zeit, wegen Unfähigkeit, von der Politik in den pekuniär gut abgesicherten Ruhestand versetzt worden, er lässt es sich aber nicht nehmen, „sein Baby“, wie er immer betont, würdig in die Welt zu heben. Da steht er nun in dem etwas zu klein geratenen Tower und setzt zu seiner Eröffnungsrede an. Man erkennt ihn kaum wieder, das aristokratisch gelichtete Haupthaar, der würdevoll gewölbte Leib, ein liebevoll gezwirbeltes Oberlippenbärtchen und darunter die rotweingereifte Nase, deren Farbe jedem routinierten Party-Stenz zur Ehre gereichte. Aber seine Wortgewalt ist ungebrochen: Ein Drehkreuz, das die Welt verbindet! Arbeit und Brot für Berlin und Brandenburg. Gegen völlig haltlose Widerstände den Eröffnungstermin zeitnah geschafft! Blah, blah, blah! Was hätte ich noch alles bauen können, wenn ich Kanzler geworden wäre, denkt er wehmütig. Das Brummen des ersten A380, der zur Landung ansetzt, zwingt zur Eile. Alle heben die Gläser, aber plötzlich ein dumpfes Grollen, der A380 startet wieder durch, das Mittelstück der Landebahn ist wegen eines Erdrutsches acht Meter tief abgesackt, und selbst der Tower neigt sich bedenklich. Hier endet Naylas Traum. ;-) Sie rückt demonstrativ ihr Voodoo-Käferchen zurecht und macht sich an die Aufgabe: „Zu leicht für Tochter Afrika“, sagt sie schmunzelnd. Und für euch? Liebe Grüße, Clari

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