halloween_ursprung

Halloween ist ein Fest, das nun auch in Deutschland endgültig Einzug gehalten hat. Während in den 80ziger und 90ziger Jahren der Halloweenspaß vor allem in Amerika beliebt war, bevölkert er nun die ganze Welt. Durch die dunklen Straßen im Herbst laufen gruselig verkleidete Kinder und klingeln an Türen, vor denen geschmückte Kürbisse stehen. Hinter den Türen warten die Bewohner darauf, dass die Kinder „Süßes oder Saures“ rufen. Anschließend werden Süßigkeiten verteilt und die Kindergruppen ziehen weiter. Aber auch Erwachsene feiern hierzulande gern Halloween. Entweder gehen sie mit befreundeten Familien auf eine der vielen Halloweenpartys oder sie geben selbst eine Party in ihren eigenen vier Wänden. Dabei darf es nie an einer schaurigen Kostümierung fehlen: Ob Hexe, Vampir, Zombie, Skelett oder Geist, der Phantasie wird bei der Verkleidung keine Grenzen gesetzt. Je gruseliger, desto besser. Doch wo kommen die Halloween-Traditionen und ihre Bräuche überhaupt her?

Grundsätzlich ist das Feiern am Abend des 31. Oktobers ein katholischer Brauch. Denn der 1. November, der Tag nach Halloween, ist ein katholischer Feiertag an dem das Fest „Allerheiligen“ zelebriert wird. Doch oftmals beginnen Festlichkeiten zu einem christlichen Feiertag bereits einen Abend zuvor. So gab es bereits historisch gesehen den Abend vor Allerheiligen, auf Englisch „All Hallows‘ Eve“. Aus dieser Wortgruppe wurde im Laufe der Geschichte der abgekürzte Begriff „Halloween“. Somit ist Halloween traditionell eng mit der katholischen Kirche verbunden und wurde deshalb auch nur von Anhängern der katholischen Kirche, vor allem in Irland und Großbritannien, feierlich gewürdigt.

Gleichzeitig hatte jedoch auch der reine Monatswechsel von Oktober auf November eine wichtige Bedeutung für einen ganz anderen Kulturkreis. Seit der Antike ist dieser Wechsel in Nordeuropa das unwiderrufliche Zeichen, dass das Jahr nun endgültig dem Ende zugeht. Der Sommer ist vorbei, der Winter beginnt nun langsam. Daher wurde hier zum 1. November das Samhain-Fest, eine Art Erntedank-Fest gefeiert. Nach der Invasion der Römer in Norddeutschland vermischt sich das Samhain-Fest allerdings mit römischen Totenfesten.

Diese historisch möglichen Ursprünge des heutigen Halloweens vermischen sich schließlich in Amerika, wo Europäer unterschiedlichster Herkunft und unterschiedlichster Gesinnung aufeinander treffen. Einst historische Traditionen werden übernommen, verlieren jedoch ihre ursprüngliche Bedeutung. So sind Heischegänge in der kirchlichen Geschichte weit verbreitet. Arme Menschen laufen durch die Straßen, um sich Seelenbrote zu erheischen. Im Gegenzug versprechen sie den Spendern, für ihre Toten zu beten. Bereits innerhalb dieser kirchlichen Tradition verwandeln sich die Heischegänge zu einer Kindertradition, die Äpfel und Nüsse erbeten. Auch kleine Streiche in sogenannten Unruhenächten gab es zu dieser Zeit in den Kirchentraditionen bereits. Sowohl das Seelenbrot als auch die Streiche finden sich in dem Halloweenspruch „Süßes oder Saures!“ wieder. Das heutige Verteilen von Süßigkeiten kann direkt mit dem Verteilen von Seelenbrot verglichen werden.

Auch die Kürbisse an Halloween gehen auf eine Legende zurück, die aus dieser Zeit stammt. Der irische Hufschmied, namens Jack, handelte geschickt mit dem Teufel, der niemals seine Seele holen sollte. Als Jack  starb und im Himmel keinen Einlass fand, war ihm auch der Weg in die Höhle verwehrt. Da es kalt und dunkel draußen war, gab ihm der Teufel ein Stück glühende Kohle mit, die der tote Jack in eine ausgehöhlte Rübe steckte. Und so wandert er noch heute, der Legende nach, auf den Wegen der Welt. Als Iren nach Amerika auswanderten, wurden aus den Rüben Kürbisse und aus den Laternen wurde Dekoration für den Hauseingang, der sich nun auch in Deutschland größter Beliebtheit erfreut.

Aus diesen Geschichten, Legenden und Bräuchen entwickelte sich bis in die 80ziger Jahre in Amerika ein buntes, gruseliges Herbstfest. Die Vermischung der ursprünglichen Bräuche war auch ein Zeichen des Schmelztiegels Amerika, in dem die eigene Herkunft nur eine untergeordnete Rolle spielte. Halloween ist auch heute noch ein Spaß für die gesamte Familie, der die graue Herbstzeit etwas bunter und lustiger macht. So werden auch wieder im FEZ in Köpenick Hexen, Geister und Monster aus allen Altersklassen zusammenkommen, um gebührend Halloween zu feiern. Vom 26. Oktober bis 27. Oktober gibt es hier ein großes Familienfest nach den Halloweentraditionen. Vom selbst gemachten Besen bis hin zum gebastelten Monster und zum Feuerumzug findet hier jeder die richtige Halloween-Tradition für sich und seine Familie. Wer noch das passende Kostüm für das Halloweenfest benötigt, wird sicherlich noch kurzfristig bei kostüme.com fündig. Denn Feste soll man feiern, wie sie fallen. Und das gilt auch, wenn es sich beim Anlass um ein buntes Sammelsurium verschiedenster Traditionen handelt.


Jörn Paschke

Ein Beitrag von Jörn Paschke

Maulbeerurgestein, begnadeter Layouter mit Spitzenideen und Hang zur Englischen Schreibschrift. Ist schuld am Maulbeerblatt Zitat: „Print ist Krieg!“