Der Ruf der Natur

Leidenschaft im Feuchtbiotop
Auch der wilde Wuhlebär ist nur ein Bär und deshalb gelegentlich von Trieben gelenkt, die ihn Wuhle, Walnüsse und Wasserstände vergessen lassen.
Wuhlebär im Feuchtbiotop
Foto: Lutz Wunder
Da der introvertierte Köpenicker Flussbewohner ein Leben als Einzelgänger in einem riesigen Revier führt – das Einzugsgebiet der Wuhle beträgt ca. 144 km2 –  ergeben sich jedoch für ihn nur geringe Chancen, eine Partnerin für schöne Stunden der Zweisamkeit zu finden. Unser, wie so oft unter schwierigsten Bedingungen entstandenes, Bild zeigt eine der seltenen Begegnungen zwischen Wuhlebär und einer Artgenossin. Leider kam es im weiteren Verlauf nicht zu dem, vom wilden Wuhlebär sicher erhofften, leidenschaftlichen Stelldichein, da es sich hier um die Lebensgefährtin des permanent schlecht gelaunten Erpebären (nicht im Bild) handelt, die sich offenbar über die gültige Reviergrenze verlaufen hatte. Der wilde Wuhlebär beließ es in diesem Fall bei der Beobachtung der attraktiven, aber mitnichten gefahrlos zu erlangenden Dame und wir wollen hoffen, dass seine Wünsche mit einer anderen Pelzträgerin in den dichten Feuchtböschungswäldern der Wuhle bald in Erfüllung gehen mögen.

maulbeerblatt ausgabe 1 Aktuell, Editorial

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