Und sonst so?

Showdown in der BVV-Arena
rathaus_treptowGewöhnlich plätschern die Geschehnisse der BVV Treptow-Köpenick ja eher im ruhigen Fahrwasser der Müggelspree. Aber nach den Wahlen war ordentlich was los im Naherholungsgebiet. Frei nach dem Motto „Nach der Wahl ist vor der Wahl“ wurden die Kampfspiele um Posten und Pöstchen in der BVV-Arena eröffnet. „House of Cards“ ist dagegen die reinste Telenovela.

Alles so schön rot hier

Peter Groos, BVV-Vorsteher der letzten Legislaturperiode, hatte einen ganz plötzlichen Sinneswandel in Sachen Parteifarben: Soeben noch auf der Liste von Bündnis 90/Die Grünen in die BVV eingezogen, ist ihm nach der Wahl eingefallen, dass die SPD doch viel cooler ist. Und spazierte einfach mit seinem Wahlmandat zu den Genossen rüber, die ihm in Aussicht gestellt hatten, ihn wieder als BVV-Vorsteher vorzuschlagen. Und schon hat die SPD einen Sitz mehr in der BVV. Eine echte Win-win-Situation quasi. Tja, da kann aus grün schon mal schnell rot werden, wenn's denn bei der Postenvergabe hilft. Rot vor Zorn wurde dann auch die Gesichtsfarbe so mancher Ex-Parteifreunde, „Betrug am Wähler“ war noch einer der harmloseren Vorwürfe. So ließ Andrea Rüdiger in einer Presseerklärung wissen, dass er „auf die Unterstützung und das Vertrauen von Bündnis 90/Die Grünen ... bei seiner Wahl und bei seiner künftigen Tätigkeit jedenfalls nicht bauen“ kann. So, da haben sie's ihm noch mal so richtig gezeigt. Allerdings droht mit jetzt nur noch vier Sitzen in der BVV ein kleiner zahnloser grüner Tiger, miau.

Aus schwarz wird, ja, was eigentlich?

Michael Vogel (CDU) schoss ihn wirklich ab — den Vogel. Unzufrieden mit seiner bisherigen Arbeit als Stadtrat – und auch mit dem Signal von SPD und Linke, seine Wiederwahl ins Bezirksamt nicht zu unterstützen – entzog die CDU-Fraktion Michael Vogel das Vertrauen. BÄM! Von den eigenen Leuten verraten! Das sitzt! Beleidigt wie eine Pommersche Leberwurst sollten dann eben alle anderen mit ihm sterben. Sprach's und kündigte an, die Fraktion zu verlassen. Die Folge: die CDU-Fraktion hat ohne Michael Vogel zu wenig Sitze, um überhaupt einen Stadtrat-Kandidaten stellen zu können. So, dit habta jetzt davon. Und wenn zwei sich streiten, freuen sich Dritte: Denn jetzt kann die Linke einen Stadtrat/in stellen, wenn die CDU niemand mehr findet. Prompt startet die CDU-Fraktion verzweifelte Abwerbeversuche bei FDP oder AfD. Ausgang ungewiss…

Doppelt rot hält besser

26 Jahre sind eine lange Zeit, in der sicher viel Treptower Parksches Gras über linke Altlasten gewachsen ist. Eine neue Zählgemeinschaft bringt auch eine komfortable Mehrheit mit sich. Und so galoppeln SPD und Die Linke in friedlich rot-roter Eintracht dem Morgenrot entgegen.  
Foto: Wikipedia veröffentlicht unter CC BY-SA 3.0 von Assenmacher

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