Na siehste. Geht doch. Geht doch schon wieder fantastisch los mit die Eisernen. Klar die bessere Mannschaft, aber leider was soll‘s. Der Sommer war ja voll von fantastischem Fußball, und wer erfolgreichen Fußball sehen will, der kann ja ruhig zum FC Bayern gehen. Scheiß aufs Geld und Hand aufs Herz: Steigen wa eben wieder ab, haben dann schön Platz im Stadion, alte Ost-Orts-Derbys, und für die Fahrt zum Auswärtsspiel reicht uns allemal die Umweltkarte. Soll doch die alte Dame lachen, wie blöd wir sind, hier im betulichen Köpenick. Warum so pessimistisch, fragt mich neulich der feine Herr Chef- Redakteur, da sage ick, und koste es meinen kostbaren Platz in diesem Heft: Sach ma, Cheffilein, haste denn jar keene Ahnung von Fußball nich? Kurz vor dem Platzen ist mir die Halsschlagader dick wie ein französisches Stangenbrot geworden. Wenn de schon nich jegen Halle jewinnen tust, jegen wehn willst denn dann noch jewinnen?!? Die müssen zum Fußballern extra nach Leipzig reisen, haben einen Etat wie Großmutters Pflegestufe und unsere Helden lassen sich von 11 Verteidigern und langen Bällen nach vorne ins Boxhorn jagen. Ein Freistoß – und ditt waret. Ick sage zu ihm, sag ick: Alter, sag ick. Ick dachte immers, in Halle, da werden die Doofen nie alle. Aber da kann man mal wieder sehen. Und trotzdem waren doch wohl um die 4000 von uns dabei. Konnten die ja nicht ahnen. Und trotzdem fahren die auch zum nächsten Spiel wieder hin. Warum? Wer gut mitgelesen hat, der weiß, wo man schönen Fußball sehen kann.

 

Na und ick mal ausnahmsweisenäse nicht dabei jewesen. Ich hab schön am Kamin jesessen und den lieben Herrn Chef von die heilige römische Allianz nen guten Mann sein lassen. Urlaub muss auch mal sein, auch von den Eisernen. Da habe ich mir mal ein schönes Buch jegönnt, von dem ich an dieser Stelle mal kurz erzählen will und muss. Da gibt es nämlich im schönen Berliner Bezirk Prenzlauer Berg einen netten jungen Mann in den Mittvierzigern, der auch schon seit den frühen Siebzigern in Berlin zum Fußball rennt. Was der so dabeierlebt hat und die Perspektive, aus der man den 1. FC Union als Feind betrachtet, hat mir so manches Schmunzeln ins Gesicht getrieben, aber auch die Einsicht wieder heraufbeschworen, dass es zwischen Union und BFC niemals einen Schulterschluss geben kann. Weil wir es nicht wollen und: Weil die es auch nicht wollen. Und das ist auch gut so, mit den Worten des Herrn W. gesprochen. Dickes Lob an den Herrn vom anderen Ufer, nein nicht den Wowereit, ich meine doch die Spree und als Empfehlung an alle von uns, die gerne was über Fußballfans im Osten lesen und die vielleicht auch wie ich als alte Zonendödels aufgewachsen sind. Also, ab innen Buchladen (Laden, in den man Bücher kaufen kann) und holt euch Andreas Gläsers „Der BFC war schuld am Mauerbau“. Kost nich viel und trägt ne Menge dazu bei, dass die gute, alte Fankultur nicht ausstirbt. Was wäre denn, wenn es im Kino nur noch die Guten gäbe? Da hätte der Terminator aber verdammt wenig zu tun. In diesem Sinne Oool, ol ol ol: FC Uhu, ol K.O.B.