Quelle: www.istockphoto.com

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Die kommende Friedrichshagener Ausflugssaison wird sehr ruhig werden – nicht im Sinne von „leise“, jedoch in Hinsicht auf die Besucherzahlen des beliebten Berliner Ausflugszieles! Schuld ist keine seltene Planetenkonstellation sondern die gewollte Überlagerung von dringend nötigen, intensiven und leider auch langwierigen Bauarbeiten der Deutschen Bahn, der Berliner Wasserbetriebe sowie die Berliner Verkehrsbetriebe.

Ab Anfang März baut die Deutsche Bahn an Brücken und Gleisen auf der Linie Richtung Frankfurt/Oder. Ab Ende März bis mindestens Ende November 2016 wird die Durchfahrt unter der Bahnbrücke am S-Bahnhof Friedrichshagen komplett für den Kraftverkehr gesperrt werden. Grund und Ziel der Baumaßnahmen der Deutschen Bahn ist die Erhöhung der Geschwindigkeit auf 160 km/h für Güter und Personenverkehr. Es gilt die Verbindung Mitteleuropa/Osteuropa für die Zukunft auszubauen.

Während es also auf den Ferngleisen in Richtung Osteuropa in naher Zukunft zügiger vorangeht, ist zu erwarten, dass es sich für Anwohner aber auch Besucher und Touristen auf den Straßen Friedrichshagens eher etwas zäher anfühlen wird. Fast zeitgleich – wird auf dem westlichen Müggelseedamm wegen Gleisarbeiten nur einspuriger Anliegerverkehr möglich sein, so dass sich der Verkehr über die Bölschestraße und den Fürstenwalder Damm (und umgekehrt) entlang bewegen muss.

Auch die Straße hinter dem Kurpark wird für einige Zeit gesperrt werden müssen. Von diesen Sperrungen und ihren Folgen werden auch umliegende Gemeinden wie Rahnsdorf und Schöneiche durch Umleitungen und Parksituationen auf Monate und Jahre betroffen und belastet sein. (Die hier genannten Bautätigkeiten sind nur ein Teil des tatsächlichen Umfanges. Bitte informieren Sie sich weiter hier: werbegemeinschaft-friedrichshagen.de)

Auf der von über 500 Interessierten besuchten Infoveranstaltung in der Christophoruskirche am 18. Februar rufen die Ausführungen zu den Umgehungsstraßen ungläubiges bis skeptisches Gemurmel hervor. (Die Vorschläge sind auch wohlmeinend nur als sehr, sehr weiträumig zu bezeichnen! Anm. d. Red.)

Nachdem die Vertreter der Vorhabenträger und Bauleiter ihre Pläne dargelegt haben, ist Zeit für die „Fragen aus der Mitte der Bürger“ vorgesehen. Im günstigsten Fall sensiblisieren diese Fragen und Einwände die Verantwortlichen für bisher nicht bekannte oder bedachte Problemlagen.

Viele wollen aber auch nur Ihre Angst und ihren Frust loswerden. So gibt es z.B. die begründete Angst vor einer Zunahme an Einbrüchen und einer spürbaren Einschränkung für Not- und Krankentransporte. Tobias Apelt, Vorsitzender der örtlichen Werbegemeinschaft wünscht sich zukünftig eine „noch bessere Kommunkation“, damit die lokalen Einzelhändler, Gastronomen und Unternehmer der Tourismusbranche nicht alles auf den letzten Drücker erfahren. Diese Botschaft sende er auch an den verantwortlichen Stadtrat Rainer Hölmer. „Denn die Besucher und Konsumenten machten es den Händlern und Unternehmern erst möglich Steuern zu zahlen, um so die Stellen im Bezirksamt zu finanzieren.“

Die Sorge der Friedrichshagener Werbegemeinschaft betrifft nicht nur die zu erwartenden Einbußen im Tagesgeschäft ihrer Mitglieder, sondern auch ihr wichtigstes Event des Jahres – das Bölschefest, welches alljährlich bis zu 70.000 Besucher in den Ortsteil locke: Tobias Apelt an die Adresse des Vertreters der Deutschen Bahn: „Können Sie es dieses Jahr bitte vermeiden, dass es am zweiten Maiwochenende Schienenersatzverkehr gibt – so, wie sonst immer?“ Der Vertreter der Deutschen Bahn verspricht es.

Die Gelegenheit scheint günstig, daher fordert Apelt die Deutsche Bahn auf, allen Besuchern Friedrichshagens kostenlose Parkplätze jenseits des Bahnhofes sowie Leih- Fahrräder zur Verfügung zu stellen. Bahn und Bezirksamt versprechen, diese interessante Idee zu prüfen.

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Matthias Vorbau

Ein Beitrag von Matthias Vorbau

Matthias Vorbau nennt sich Chefredakteur des Maulbeerblattes. Eigentlich ist er Kommunikationsdesigner mit Diplom. Zitat: "Das Leben zwingt einen zu zahlreichen freiwilligen Entscheidungen."