Keine Probleme, nur Lösungen
Zwischen Tiefenenttrümmerung und Mediensuchtprävention. Stadtrat Bernd Geschanowski lässt das Jahr 2018 Revue passieren.

Im Januar 2018 wollten wir von Stadtrat Geschanowski wissen, welche Ziele er sich für das Jahr 2018 gesetzt hatte – politisch und persönlich. Nun, da das neue Jahr begonnen hat, fragen wir nach, was er tatsächlich erreicht hat.
Bernd Geschanowski revisited
Foto: Archiv Geschanowski

Herr Geschanowski, Sie und Ihr Team hatten sich für 2018 so einiges vorgenommen. Eines Ihrer wichtigsten Anliegen im Gesundheitsbereich war es, kommunale medizinische Versorgungszentren und außerdem mehr Ärzte in den Bezirk zu holen. Inwieweit sind Sie diesem Ziel nähergekommen?
Bei den medizinischen Versorgungszentren (MVZ) sind vielfältige Belange zu berücksichtigen. Hierbei geht es um die Finanzierung, welches Betreibermodell ist das sinnvollste, wo benötigen wir die entsprechenden Fachbereiche und Räumlichkeiten etc. Auch sehr wichtig sind natürlich die rechtlichen Belange.

Da noch nicht alle Punkte abschließend geklärt sind, kann ich noch nicht mehr dazu kommunizieren.

Bei dem Modell, das ich für Treptow-Köpenick installieren möchte, handelt es sich um eine Kombination meines Gesundheitsamtes und Praxissitzen: Ich möchte Inhabern von Praxissitzen, die keinen Nachfolger finden, die Möglichkeit bieten, den Sitz in das MVZ zu überführen und die Ärzte in Anstellung zu nehmen. Somit kann ich dann auch jungen Ärzten einen interessanten Arbeitsplatz bieten, der sich auf das Gesundheitsamt und auf das MVZ aufteilt.

Bleiben wir bei der Gesundheit. Sie wollten eine Kampagne starten, um darüber aufzuklären, welche gesundheitlichen und seelischen Auswirkungen Handy- und Mediennutzung auf Kinder haben. Ist das geschehen?
Ja. Im April 2018 fand dazu die Auftaktwerkstatt „Medienkonsum und Gesundheitskompetenz im Visier“ statt. Beteiligt waren Vertreterinnen und Vertreter aus themenrelevanten Abteilungen des Bezirksamtes und des Senates, externe Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheitsförderung, der AOK Nordost, der (offenen) bezirklichen Kinder- und Jugendarbeit sowie Fachkräfte der Berliner Suchtprävention und -hilfe, Kita und Schule.

Als Hauptreferent konnte Prof. Dr. Rainer Riedel (Rheinische Fachhochschule Köln), mitverantwortlicher Leiter der BLIKK-Studie, gewonnen werden. Herr Prof. Dr. Riedel signalisierte Interesse, die Implementierung des geplanten Gesundheitsziels im Bezirk Treptow-Köpenick fachlich weiter zu begleiten.

Im Verlauf der Werkstatt wurde deutlich, dass die Ergebnisse der BLIKK-Studie auch der Wahrnehmung der bezirklichen Akteure entsprechen. Hierzu fand im November 2018 die von mir einberufene konstituierende Sitzung „Medienkonsum und Gesundheitskompetenz im Visier“ des beratenden Arbeitskreises zur Entwicklung und Umsetzung eines kommunalpolitischen Gesundheitszieles statt.

„2018 wird mir in Erinnerung bleiben, weil es ein sehr interessantes Jahr war, ob innerhalb der Verwaltung, oder auf dem politischen Parkett.“

Hier haben wir folgende Ziele formuliert: Erstens: Am Ende der Legislatur sehen sich Bildungseinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Familien im Bezirk Treptow-Köpenick gestärkt und befähigt, alle Beteiligten am Bildungsprozess für einen gesunden Umgang mit Medien zu sensibilisieren und aufzuklären sowie bei Bedarf Handlungsoptionen aufzuzeigen.

Zweitens: Zum Ende der Legislatur stehen Eltern, pädagogischen Fachkräften, Interessierten und Betroffenen Handlungsoptionen und Angebote zur Verfügung, die auf die Vermeidung von oder Hilfe bei riskantem Medienkonsum zielen. Dazu werden nun Handreichungen erstellt. Schon bei der nächsten Sitzung Ende Januar 2019 diskutieren wir die Inhalte und legen die Maßnahmen fest, mit denen wir das Gesundheitsziel erreichen wollen.

Wie steht es um die Renaturierung des ehemaligen Reifenwerks Schmöckwitz und die Erstellung der Steganlagenkonzeption? Diese Projekte standen im Bereich Umwelt- und Naturschutz auf Ihrer Agenda.
Seit Mitte des Jahres 2018 erfolgte auf dem Gelände des ehemaligen Reifenwerkes in Schmöckwitz die Tiefenenttrümmerung im ersten Bauabschnitt. Dies betraf ca. 1,2 ha. Die vorhandenen Versiegelungen und noch vorhandenen unterirdischen Bauwerke wie Keller und Kabelkanäle wurden abgebrochen, deklariert und entsorgt.

2019 sollen die Maßnahmen von den Berliner Forsten in enger Abstimmung mit meinem Umwelt- und Naturschutzamt auf dem Bauabschnitt 2 fortgesetzt werden. Die dazu notwendigen Gelder werden vom Umwelt- und Naturschutzamt aus Ausgleichsmitteln zur Verfügung gestellt. Anschließend werden die Flächen bewaldet.

Welche Ihrer Ziele konnten Sie noch nicht wie gewünscht realisieren und warum?
Meine Verwaltung und ich wollten das Steganlagenkonzept im Jahre 2018 durch die BVV beschließen lassen, aber da sich ein gesteigertes öffentliches Interesse an dem Entwurf abgezeichnet hat und wir leider nicht wie erwartet eine Zuarbeit aus der Senatsverwaltung zu den Rahnsdorfer Inseln erhalten haben, wird es mit dem Beschluss erst im Jahre 2019 so weit sein.

Ihnen ist es wichtig „immer ein Ohr für die Belange der Menschen haben“. Auf welche Probleme und Wünsche wurden Sie in diesem Jahr von Bürgerinnen und Bürgern am häufigsten angesprochen?
Überwiegend war ich im Gespräch mit Steganlagenbetreibern und Vereinen, die mir Ihre Befürchtungen und Ängste vorgetragen haben. Wo es möglich ist, fließen diese Aspekte in das Steganlagenkonzept mit ein.

Bei wem möchten Sie sich für die Unterstützung Ihrer Vorhaben bedanken?
Bei allen meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Bereichen Gesundheit und Umwelt.

Bitte vervollständigen Sie folgende Sätze:

„2018 wird mir in Erinnerung bleiben, weil….“
es ein sehr interessantes Jahr war, ob innerhalb der Verwaltung, oder auf dem politischen Parkett.

„Auf 2019 freue ich mich, weil….“
…ich auch 2019 die Dinge frei nach dem Motto – es gibt keine Probleme, sondern nur Lösungen, anpacken werde.


Anke Assig
Ein Beitrag von

Diplomierte Berlinerin mit Drang ins wildwüchsige Brandenburg. Sucht, hinterfragt, schreibt, liest und singt gern. Buddelt gelegentlich Pflanzen ein und aus. Zitat: „Das wird schon!“

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