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Oder: „Welches Schweinderl hättens denn gern?“ – Ratgeber für eine Frau

Als Erstes überlegen Sie bitte, ob Sie den Alten überhaupt noch wollen. Lässt er sich in Ihrer Gegenwart häufig gehen? Ist er noch öfter übel gelaunt als Sie selbst und dauergenervt von den Kindern/ Putzfrau? Ist er nur noch halb so attraktiv und witzig wie in der Zeit der Totalverblendung und gibt nur selten Antwort, wenn Ihnen eine wichtige Frage unter den Nägeln brennt? Schnarcht er und untenrum kringeln sich bereits die Wollmäuse? Dann ist alles, was noch auf Sie zukommen wird, halb so schlimm. Schlagen Sie zurück und schlafen Sie schön auf dem Rücken ein, lassen Sie die Wollmäuse Ihrerseits dran und vernachlässigen Sie störendes Denken, bevor Sie zu ihm sprechen. Das ist weniger anstrengend und es hilft zu akzeptieren, wenn in der Folge das Unausweichliche eintritt.

Ist es hingegen in Ihrer Beziehung so, dass bei einem kurzen Getrenntsein und dem Gedanken an ein Leben ohne ihn sich Ihr Magen kurzfristig zusammen zieht? Oder erwachen Sie aus Träumen von schlanken, aufopfernden und sanftmütigen Frauen, die sich an Ihrem teuren Herd zu schaffen machen, währenddessen Sie sich am Campingkocher „Nagema“ verbrennen? Dann sehen Sie der Gefahr ins Auge, dass jede Frau eine potenzielle Gefahr für Sie darstellt. Ihr Partner wird Vergleiche ziehen und da ein neuer Besen supergepflegt ist und er noch keine Chance hatte, diesen vor dem morgendlichen Zähneputzen in Augenund Nasenschein zu nehmen, könnten Sie sehr schlechte Karten haben.

Gehen Sie es an! Noch bevor er die Augen aufschlägt, kneifen Sie sich in die Wangen, das sieht schön rosig aus. Gurgeln Sie heimlich mit einem Schuss Wasserstoffperoxyd, das nun einen festen Platz auf Ihrem Nachttisch einnimmt. Erzählen Sie keine Einzelheiten von Arztbesuchen oder verschweigen Sie am besten ganz, dass Sie ein Zipperlein plagt. Lassen Sie bei Vorwürfen seine Mutter aus dem Spiel. Das Thema Exfreundin existiert für Sie nicht. Tun Sie so, als hätten Sie allein schon immer sein Denken und Handeln bestimmt. Das Thema Exfreunde ist natürlich ebenfalls tabu. Schneiden Sie sich niemals in seinem Beisein die Fußnägel oder rasieren sich das altdeutsche Dreieck – die Stellungen hierbei sind einfach nur entwürdigend. Unterlassen Sie Ausrufe, wie: „Da ist ein Parkplatz!“ Erinnern Sie sich an seinen Vornamen und sprechen Sie ihn in der Öffentlichkeit nicht als Schatz oder Mausi an. Zwingen Sie ihn, seine Unterhosen selbst zu kaufen und winken Sie hierfür mit Baumstämmen, wie: „Diese Werbung mit dem Typen in Boxershorts sieht richtig sexy aus, abgesehen davon, dass der Typ mir überhaupt nicht gefällt!“ Lassen sie entgegen aller Empfehlungen die Serie „Desperate Housewifes“ ausfallen und sehen Sie stattdessen „Meine Frau, die Wildnis und ich“. Nennen Sie die Männer Ihrer Freundinnen ausschließlich „Strumpf“, das macht diese für Sie selbst scheinbar uninteressant und Ihr Strumpf fühlt sich sicher. Vermeiden sie musthaves oder no-gos : SIE sind schließlich einzigartig! Lassen Sie Stilikonen, die sich ständig neu erfinden müssen, links liegen und hören Sie auf ihr Bauchgefühl. Und lästern sie niemals, NIEMALS über seine Mutter!

Mehr hilfreiche Ratschläge in englischer Sprache gibt es auf allen 5 Alben von BELL BOOK + CANDLE zu hören – oder am besten live am 29.12.12 in der Christophoruskirche in Berlin-Friedrichshagen! Karten gibts an der Theaterkasse Friedrichshagen am Markt für 22,50 € (AK 25 €)