Bezirksstadtrat Bernd Geschanowski
„Mein Kind stört mich gerade bei Facebook!“

Was bringt 2018 für Treptow-Köpenick? Wir haben eine handverlesene Auswahl von Akteuren und Verantwortungsträgern im Bezirk gefragt. Heute last but not least: Bernd Geschanowski, Bezirksstadtrat für Gesundheit und Umwelt.

Was möchten Sie 2018 unbedingt in Ihren Ressorts erreichen?
Bereich Gesundheit: Wichtig für mich sind der Ausbau der Familiengesundheit, die Gesundheitsförderung und die Prävention. Hierbei betrachte ich alle Menschen, sozusagen von der Wiege bis zur Bahre. Darüber hinaus werde ich den Öffentlichen Gesundheitsdienst stärken und für eine Entlastung meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen, da nicht nur wir, durch die jahrzehntelange Einsparpolitik in Berlin, am Limit agieren.

Bereich Umwelt- und Naturschutz: Berlin wachst und Treptow-Köpenick sehr stark. Viele Bauvorhaben werden geplant und realisiert. Ich als Stadtrat für Umwelt- und Naturschutz muss für den Interessenausgleich zwischen den privaten und öffentlichen Belangen – und dem Naturhaushalt sorgen und innerhalb der gesetzlichen Vorgaben abwägen. Diese Aufgabe nehme ich sehr erst.

Wichtig ist der Erhalt der Biodiversität (Artenvielfalt Flora, Fauna), die im Einklang mit den städtebaulichen Entwicklungen und den Bedürfnissen der Menschen aufrecht gehalten werden muss.

Welche konkreten Projekte möchten Sie Ende 2018 erfolgreich umgesetzt haben?
Im Bereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes muss die Erfüllung der gesetzlichen Pflichtaufgaben sichergestellt werden. Leider besteht bundesweit ein Fachärztemangel, der sich auch in Treptow-Köpenick bemerkbar macht. Hier werde ich aktiv für den ÖGD in Treptow-Köpenick werben und die vielfältigen und interessanten Aufgaben herausstellen.

Darüber hinaus möchte ich mein Projekt – Kommunale medizinische Versorgungszentren – einen Schritt weiterbringen. Immer mehr Praxissitze können nicht nachbesetzt werden, da junge Ärzte lieber in einem Angestelltenverhältnis tätig sind und kein hohes Investitionsrisiko tragen wollen. Diesem Trend möchte ich mit einer Kombination des ÖGD und den Praxissitzen entsprechen.

Dann möchte ich die Bevölkerung von Treptow-Köpenick zu mehr Bewegung und gesunder Ernährung animieren und auf die bezirklichen Angebote aufmerksam machen.

Als nächsten Schwerpunkt sehe ich die Aufklärung über die gesundheitlichen und seelischen Auswirkungen der Handy- und Mediennutzung junger Eltern auf Ihre Kinder – Online sein ist wichtiger und mein Kind stört mich gerade bei Facebook etc.! – Hierzu werde ich eine Kampagne in Treptow-Köpenick starten. Ich sehe so etwas fast täglich. Mutter oder Vater zerren ihr Kind hinter sich her während sie mit der anderen Hand auf das Handy tippen. Ist das die Art wie man sich mit seinem Kind beschäftigen sollte…?

Nun noch ein wenig zum Umwelt- und Naturschutz. Dieser ist durch ordnungsbehördliche Tätigkeiten geprägt. Erteilung von Genehmigungen und Bescheiden, Erstellung von Gutachten und Stellungnahmen. Kontrolle und Ahndung. Schon aus diesem Grund und den Zuständigkeiten sind „große“ Umweltpolitische Akzente aus dem Bezirk nicht vorgesehen. Kleinere, aber durchaus wirkungsvolle Veränderungen können von mir initiiert werden.

Aktuell steht die naturnahe Landschaftspflege an, um dem Insekten- und Bienensterben entgegen zu wirken. Zum anderen die Renaturierung des ehemaligen Reifenwerks Schmöckwitz und die Erstellung der Steganlagenkonzeption.

Haben Sie privat auch Vorsätze gefasst? Wenn ja, welche?
Einen Jahreswechsel nehme ich nicht zum Anlass für die Umsetzung von „Guten Vorsätzen“. Erfolg und Zufriedenheit sind auch im Privaten ein stetiger Prozess, der von Höhen und Tiefen begleitet wird.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „2018 werde ich in jedem Fall…“
… weiterhin richtig Gas geben, immer ein Ohr für die Belange der Menschen haben und im Rahmen meiner Möglichkeiten für Verbesserungen sorgen.

Foto: Archiv Geschanowski

Anke Assig
Ein Beitrag von Anke Assig

Diplomierte Berlinerin mit Drang ins wildwüchsige Brandenburg. Sucht, hinterfragt, schreibt, liest und singt gern. Buddelt gelegentlich Pflanzen ein und aus. Zitat: "Das wird schon!"


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