Wie einmal fast der Strand verschwand

ausgabe_94Von allen zur Verfügung stehenden Jahreszeiten habe ich den Sommer am liebsten. Wenn gerade mal kein Sommer ist, ertappe ich mich oft dabei, wie ich ihn herbeisehne. Und dies ist aus irgendeinem mir vollkommen unbekannten Grund immer mit dem Gedanken an einen Strand verbunden. Dieses Jahr wird der Sommerurlaub in den Bergen verbracht, einem Herzenswunsch der Liebsten folgend. Abschlagen konnte und wollte ich ihn nicht, aber mir schien meine Sommer-Strand-Assoziation nun völlig bei der noch monatelang andauernden Vorfreude darauf im Weg zu stehen. Zunächst versuchte ich, mir bei jedem Gedanken an einen kleinen, fast menschenleeren, feinsandigen Strand sofort einen total verdreckten, hässlichen vorzustellen, mit vielen furchtbaren Leuten mit furchtbar lauten Stimmen und furchtbar hektischem Getue. Das klappte nicht sehr gut, immer wieder blitzte doch der schöne Strand durch. Nächste Idee: Strand beiseite und an kühle Bergseen in der heißen Sonne denken. Wiese statt Sand, Schmetterlinge statt Sandflöhe, Grashalme am statt Steinchen im Po. Das funktionierte schon besser. Endgültig half dann die Betrachtung eines Bergpanorama-Videos vom ausgewählten Urlaubsort. Wunderschöne Berge, Wälder und Seen. Und an einem von ihnen: ein kleiner, fast menschenleerer, feinsandiger Strand.

Es verbleibt strandhaft Ihr Maulbeermeia


maulbeerblatt ausgabe 51 Aktuell, Editorial

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Kommentar

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