karpfenFrischer Fisch und frische Luft in Schöneiche

Wer Lust auf einen kleinen Ausflug ins Grüne hat, sollte in diesem Frühjahr unbedingt die Waldgartenkulturgemeinde Schöneiche besuchen. Neben Natur, frischer Luft und viel Grün hat Schöneiche auch ein Denkmalschutzgebiet vorzuweisen: die Dorfaue. Hier gibt es neben Denkmälern auch ein sehr empfehlenswertes Fischrestaurant.

Die „Dorfaue“ ist ein kleines familiäres Lokal mit einer Handvoll Tischen. Es ist charmant und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet: Angefangen bei der kleinen Spitzenborte am Regal über die Sammlung von Petroleumlampen an der Wand bis hin zu den kleinen Zeichnungen der Fischer, erweckt alles den Eindruck eines nostalgischen Esszimmers, in dem die Großmutter ihre Gäste bewirtet. Natürlich ist es hier nicht die eigene Oma, sondern es sind die Mitglieder der Familie Ziesche, die für das Wohlergehen sorgen. Das Familienoberhaupt Thomas Ziesche ist Fischer und kocht persönlich. Frau und Tochter bedienen die Gäste und die Großmutter bäckt herrlichen Kuchen.

Auf der Karte stehen einheimische Fische wie Hecht, Zander, Aal, Wels, Forelle oder Karpfen, die aus der Umgebung stammen. Den Karpfen gibt es aber nicht nur klassisch „blau“, sondern in verschiedenen Variationen und mit dazu passendem Gemüse.

Wer mag, kann Meeresfische wie Rotbarsch, Lachs, Dorsch und Hering ordern. Auch die Kinder kommen nicht zu kurz. Für sie gibt es selbstgemachte Fischstäbchen.

Das Essen in der „Dorfaue“ schmeckt wunderbar: Der Fisch ist saftig, so dass er auf der Zunge zergeht, das Gemüse knackig und die in Butter geschwenkten Kartoffeln bereiten dem Gaumen Freude. Die Portionen sind vollkommen angemessen und die Preise für den Karpfen liegen bei 12,00 Euro. Auch die Bedienung ist freundlich und sehr hilfsbereit bei der Auswahl der Gerichte. Von einem spontanen Besuch ist allerdings abzuraten. Eine telefonische Reservierung ist notwendig, weil es wegen der wenigen Tische sonst schwierig wird, einen Platz zu ergattern.

Nach dem Essen soll man ruhn oder tausend Schritte tun“, sagt ein Sprichwort. Wer das möchte, braucht mit seinem vollen Bauch nicht weit zu wandern, um Interessantes auf seinem Spaziergang zu entdecken. Es reichen einige Schritte die Dorf-aue entlang. Als Brandenburg zu Beginn des 13. Jahrhunderts besiedelt wurde, entstand hier der historische Kern von Schöneiche, einem Straßenangerdorf. Erkennbar ist das an dem lang gestreckten Anger und der Dorfstraße, die sich teilt und an der zu beiden Seiten Bauernhöfe liegen. Hier kann man sich vorstellen, wie das frühere Landleben aussah. In der denkmalgeschützten Dorfaue kann man außerdem noch das Heimathaus aus dem 18. Jahrhundert und eine romantische Feldsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert, die vom Dorffriedhof eingerahmt wird, sehen. Das alte Spritzenhaus, der Dorfteich und die wunderschönen alten Bäume ergänzen das Bild.


Tatjana Rabe

Ein Beitrag von Tatjana Rabe

Betriebswirtin und Fachjournalistin, arbeitet als K arriereberaterin. Ist genau, eigenwillig und aufmerksam. Wird oft mit Friederike Hagen verwechselt. Zitat: "Ich will ja nicht streiten, aber Recht behalten schon."