Ein alter Mann im fernen Rom kündigt, wie zuletzt ein Kollege vor 750 Jahren, seine Festanstellung auf Lebenszeit und läutet damit – so die Hoffnung vieler – ein neues Zeitalter des Aufbruchs ein. Und schon haben einige das Signal verstanden. Die katholischen Bischöfe erlauben in schlimmsten Fällen nun doch eine 'Pille danach'. Die CDU findet Gefallen an der Homo-Ehe, die CSU streicht die Studiengebühren und die ersten FDP-Funktionäre fordern einen Mindestlohn. Und noch immer geschehen Zeichen und Wunder und so wie Gottes Sohn Wasser in Wein verwandeln konnte, vermag die internationale Lebensmittelindustrie allein mit der Kraft des Geistes rumänische Pferde in köstliche Rinder zu verwandeln. Und das sogar noch zum günstigen Preis! Damit nicht genug, fanden deutsche Bauern – dem Herr im Himmel sei es gedankt – Millionen köstlich kostbarer Bio-Eier in der drangvollen Enge ihrer überbuchten Legebatterien.
Die größte Offenbarung erlebten jedoch die Brandenburger, deren eisenharter Landesvater eine Demokratieerscheinung hatte und der nun, vom Saulus zum Paulus geläutert, an der Spitze der Anti-Fluglärm-Bewegung marschiert. Dass jetzt auch Stuttgart 21 – das Prestigeprojekt der Deutschen Bahn – einer Neubewertung unterzogen wird, verwundert da schon niemanden mehr. Nun wird man womöglich auch dort noch einmal alles auf Anfang setzten, aber das ist ja auch in Ordnung, denn Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut.
Viel Vergnügen ab dem 04.03. wünscht Ihre Maulbeerblatt-Redaktion
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