Nebelverhangen der Tag. Blasse Gesichter blicken mit einem Anflug von Verzweiflung starr vor sich hin. Kaum ein Laut ist zu hören. Irgendetwas Bedrohliches liegt in der Luft… Nein, ich bin nicht mal wieder des Morgens mit der BVG unterwegs gewesen, auch wenn das durchaus passen würde. Nein, dieses Szenario ist ein Thrillerszenario.
Ok, Fahren mit Bus und Bahn kann auch zum Nervenkitzel werden, aber der Thrill, den ich meine, ist etwas subtiler, ruhiger, doch deshalb nicht weniger spannend. In Zeiten wie diesen, wo jeden Monat mindestens 10 Filme erscheinen, die scheinbar direkt oder indirekt von der Schlachterinnerung produziert werden, bin ich doch immer wieder erfreut, wenn mutige Filmemacher entgegen aller Trends fesselnde Geschichten erzählen, ohne dabei die Hälfte der Darsteller zu portionieren (nichts gegen ein saftiges Stück Fleisch auf dem Teller, aber inzwischen wird in meinem Fernseher gesägt, gehackt, geschnetzelt und geschächtet, dass es nur so sprudelt und spritzt – ich musste schon auf „Salat zum Film“ umstellen, um meinen Magen nicht zu überfordern). Solch ein Film ist mein heutiger Tip: „Als das Meer verschwand“. Eine neuseeländische Produktion, die mich gefesselt hat bis zum Ende. Ein Ende, das dann auch alle meine Fragen, zu dem Gesagten, aber vor allem dem nicht Gesagten beantwortet hat, und zwar schlüssig. Das gelingt nicht immer. Hier schon. Sehenswert. Natürlich gab es so etwas schon früher, deshalb wie gewohnt, an dieser Stelle den Könnt-ich-auch-mal-wieder-sehen -Tipp. Wie wärs also mit: „Insomnia“ (stark – Al Pacino und erstmals böse – Robin Williams) oder: „Memento“ (der genial rückwärts abläuft) und auch schön düster: „The Machinist“ (top, aber extrem abgemagert – Christian Bale, dafür umso besser gebaut – Jennifer Jason Leigh).
Also, lasst es mal ruhiger angehen und wer es unbedingt heftiger braucht, es gibt ja immer noch den öffentlichen Nahverkehr…….. .

Bleibt gesund und schaut mal rein, Euer Mathias