Wird Treptow-Köpenick bis 2030 klimaneutral?

Igel-Leaks deuten auf Alleingang des Bezirks hin
Paukenschlag in Treptow-Köpenick: Aus Insider-Kreisen ist zu vernehmen, dass Treptow-Köpenicks Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) am Montag einen Alleingang in Sachen Klimaschutz-Politik verkünden wird.
Oliver Igel
Pressebild

Update vom 02.04.: Unter dem Druck unserer Recherchen macht Igel nur einen Tag später seinen gesamten Masterplan öffentlich!

 

Demnach soll Treptow-Köpenick trotz des gescheiterten Volksentscheids „Klimaneutral 2030“ als Bezirk bis 2030 klimaneutral werden.

Zwar kann und soll das kein rechtlich bindendes Vorhaben sein, dennoch ginge es Igel darum „die Bemühungen nicht nur symbolisch zu intensivieren“, wie ein enger Vertrauter verrät. Die Initiator:innen der Abstimmung hatten zum Ziel das Berliner Klimaschutz- und Energiewendegesetz zu ändern, sind bei der Wahl am 26. März aber am Quorum von 613.000 Ja-Stimmen gescheitert. Die nun weiterhin gültige Selbstverpflichtung Berlins sieht vor bis 2045 statt wie von der Bewegung gefordert bis 2030 den Ausstoß von Treibhausgasen im Vergleich zum Jahr 1990 um 95 Prozent zu senken.

Gespräch mit Fridays for Future Treptow-Köpenick als Auslöser?

Oliver Igel begrüßte in der Vergangenheit immer wieder Bestrebungen für mehr Klimaschutz und betonte dessen Wichtigkeit, mahnte aber auch deren realistische Umsetzung an. Gleichzeitig unterstrich er die besonderen Voraussetzungen des Bezirks mit seinen zahlreichen Natur- und Grünflächen und nur zehn Prozent Verkehrswegen. Möglicherweise spielte auch das Gespräch am 27. Februar mit Vertreter:innen von Fridays for Future Treptow-Köpenick eine Rolle. Im Anschluss äußerten sich beide Seiten positiv und betonten den konstruktiven Charakter des Austauschs. Im vergangenen Jahr folgte das Bezirksrathaus außerdem den Vorgaben von Bund und Senat und führte Maßnahmen zum Energiesparen ein. So wurde unter anderem die Büro-Temperatur gesenkt und die Dauerbeleuchtung abgeschafft. Die Folge? Allein im November summierten sich die Einsparungen im Vergleich zum Monatswert der drei Vorjahre auf mehr als 30 Prozent bei Erdgas, 26 Prozent bei Erdwärme und 12 Prozent beim Strom, wie Igel in einer Kolumne für die B.Z. festhält.

Verwaltungen nehmen Sonderrolle ein

Ein Erfolg, der Igel wohl (auch) zum Umdenken brachte. Mehr Umstellungen auf LED und weitere Solaranlagen sind nun mittelfristig geplant. Ohnehin sollen die Berliner Verwaltungen eine Vorreiterrolle einnehmen und bereits bis 2030 klimaneutral sein. Welche weiteren konkreten Punkte in Igels Konzept für den gesamten Bezirk enthalten sind und inwieweit sie sich mit den Forderungen von Fridays for Future Treptow-Köpenick decken, ist noch nicht bekannt.

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