Was kann es Schöneres geben, als als Band gleich mit der ersten Single einen Riesenhit zu landen? Riesenhit meint Riesenhit, einen, den die Spatzen von den Dächern pfeifen, einen, der über alle Kanäle kommt, eine Nummer, an der man nicht vorbei kommt, nicht nur hier, sondern in etlichen weiteren Ländern. So geschehen beim Friedrichshagener Poptrio Bell Book & Candle. „Rescue Me“ heißt das gute Stück, das millionenfach über die Verkaufstresen gereicht wurde, in 20 Ländern mit die Charts anführte und die Drei zu den wenigen deutschen Bands mit internationalem Erfolg avancieren ließ.

Was kann es Dümmeres geben, als als Band gleich mit der ersten Single einen Riesenhit zu landen? Plötzlich keine Zeit mehr zu haben, um kreativ arbeiten zu können, oftmals von den Medien nur auf dieses eine Lied reduziert und vor allem von der eigenen Plattenfirma nicht als ernst zu nehmende Formation mit Konzepten und Visionen, sondern ausschließlich als schneller Hitlieferant akzeptiert zu werden. Die Kehrseite der Medaille von Bell Book & Candle. Das Trio hat sich für den zwar steinigeren, aber durchaus ehrlicheren Weg entschieden. Sie wollten immer eine richtige Band sein, richtige Songs haben. Selbst auf das Risiko hin, Plattenfirmen und andere vermeintlich (über)lebenswichtige Institutionen zu verlieren. Weil sie sich und ihren Fans treu blieben, können wir mittlerweile das 15jährige Bandjubiläum feiern.

Ein großes Jubiläumskonzert wird es auch geben. Am 29.10. lassen Jana Groß, Hendrik „Henne“ Röder und Andy Birr sowie die die Livebesetzung komplettierenden Holger Jagsch an der Gitarre (in den späten Achtzigern Sänger bei Rosalili, wo auch Henne und Andy spielten) und Schlagzeuger Tom (Sohn von Jana und Henne) im Berliner Kesselhaus in der Kulturbrauerei 15 Jahre Bandgeschichte Revue passieren. Freunde und Wegbegleiter haben ihr Kommen bereits zugesagt und so werden u.a. Musiker von Alphaville, den Prinzen, Fools Garden und natürlich den Puhdys (Hendrik und Andy sind Puhdys-Söhne) mit dem Trio auf der Bühne stehen.

Nicht zuletzt wird dort auch das soeben erschienene neue Album „3 Day Under Pressure“ vorgestellt. Große Momente der Bandära in abgespeckten Akustikversionen – ohne Firlefanz und mit weitreichender Tiefe. Eine erwachsene Band, die es versteht, aus Popsongs kleine Meisterwerke zu machen. Freuen wir uns auf die nächsten 15 Jahre.