Eine mobile Ausstellung im Würfel zu Gast in Friedrichshagen

Ein „verstaubtes“ historisches Thema in einer ganz modernen Weise aufzubereiten und zu präsentieren – das ist das Ziel der Ausstellung FRITZ | DORF | STADT – Kolonistendörfer in der Metropolregion. Der originelle Ausstellungswürfel wird ab dem 6. Oktober in der Christophoruskirche Friedrichshagen zu besichtigen sein. Eröffnet wird er dort um 19:30 Uhr, gemeinsam mit dem diesjährigen 16. Kneipenmusikfest.

Vier ehemalige Kolonistendörfer in den Ländern Brandenburg und Berlin werden vorgestellt: Nowawes (Potsdam-Babelsberg) und Erkner (Landkreis Oder- Spree), Friedrichshagen (Treptow-Köpenick) und Rixdorf (Neukölln). Sie belegen ein Siedlungsphänomen der damaligen Zeit.

Friedrich II. suchte Mitte des 18. Jahrhunderts für den Ausbau des wirtschaftlich so wichtigen Textilgewerbes Fachkräfte wie Spinner und Weber als Zulieferer für die Manufakturen in Berlin. Dabei setzte er auf Toleranz, Technik und Talent und lockte auf diese Weise Glaubensflüchtlinge aus vielen Teilen Europas in das dünn besiedelte, rückständige Preußen. Sie erhielten rationell gestaltete Wohnhäuser, Landparzellen, gelegentlich Gemeinschaftsbauten, eine Kirche und zudem weitere Privilegien. Darüber hinaus wollte Friedrich II. nach französischem Vorbild kostbare Seide produzieren. Mit der Anlage von Maulbeerbaumplantagen und Schulungen zum Seidenanbau erreichte die Förderung der Maulbeerkultur unter ihm ihren Höhepunkt.

Die Ausstellung stellt mit Plänen, eindrucksvollen historischen Bildern, Alltagsgegenständen und aktuellen Fotos die Geschichte, Entwicklung und Lebenswelten der vier Orte in Vergangenheit und Gegenwart vor.


Jörn Paschke

Ein Beitrag von Jörn Paschke

Maulbeerurgestein, begnadeter Layouter mit Spitzenideen und Hang zur Englischen Schreibschrift. Ist schuld am Maulbeerblatt Zitat: „Print ist Krieg!“