kesici_2Starke Töne vom Müggelsee

Jeder hat im Leben eine zweite Chance verdient, dachte sich gewiss auch Martin Kesici. Gemeinsam mit Benjamin Eder (Gitarre) und Christian Gerlach (Schlagzeug) formierte der einschlägig bekannte Star Search-Gewinner The Core. Seit langem befreit aus seinem Joch, kann das erfahrene Casting-Zirkuspferd als einer unter Gleichgesinnten in dieser Band endlich wieder eigenen Inspirationen folgen. Bereits das erste Album lässt aufhorchen. Wer es laut und schnell mag, kommt bei „INNER SELF“ voll auf seine Kosten und wer zudem auf leise gefühlvolle Töne nicht verzichten mag, wird gleichermaßen belohnt. Das Können der drei Herren kann glücklicherweise mit ihrer spürbar großen Ambition Schritt halten und so klingt das Album vom Anfang bis zum Ende kraftvoll, durchstrukturiert und vor allem eines – sehr international. Kommt der Opener „Falling Down“ noch als eine respektvolle Verneigung vor dem David Bowie der 90er Jahre daher, scheinen die meisten der folgenden Stücke für die Live-Performance in großen Stadien konzipiert.


An dieser Stelle darf der Hinweis nicht fehlen, dass The Core durchaus der vitalen Köpenicker Musikszene zuzurechnen sind. Christian Gerlach schwang bereits bei der Friedrichshagener Weltformation Knorkator die Trommelstöcke und der Rahnsdorfer Benjamin Eder wurde als Jugendlicher im familiären Umfeld der Altvorderen von den Puhdys, Silly, Karat und Stern Meißen sozialisiert. Der Reinickendorfer Junge Martin Kesici ist heute mitten in der Großen Stadt zu Hause, aber das Album klingt, als hätter er sich in der ruhigen Vorortidylle nicht unwohl gefühlt, denn auch das Album ist ein vollwertiges Produkt aus regionalem Anbau und wurde quasi vor der eigenen Haustür aufgenommen. Henning Westland, der jahrelang im legendären Hansa-Studio an den Reglern saß, stellte sein Friedrichshagener Studio zur Verfügung. Dort ließen es The Core richtig krachen und demonstrierten auf ihre Weise, dass Lärm – wenn er denn nicht von Flugzeugen kommt – durchaus etwas Wahrhaftiges und Beglückendes vermitteln kann.

Das Maulbeerblatt verlost ein Exemplar der CD „The Inner Self“ für die erste richtige Antwort auf die Frage:
Für welches Land komponierte Martin Kesici den Song zum Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 20


Sebastian Köpcke

Ein Beitrag von Sebastian Köpcke

Grafiker, Illustrator, Kuriositätensammler und Ausstellungsmacher. Geistiger Vater von Müggula, dem Biest aus dem Müggelsee, und anderen schlimmen Abscheulichkeiten. Zitat: „Nicht über unseren Köpcke hinweg.“