Zugegeben, die großen Schuhe Ihres Vorgängers auszufüllen, wäre auch so manch anderem schwer gefallen. Das Amt des Bezirksbürgermeisters stellt hohe Ansprüche und bedarf ein Mehr an Qualifikationen als einmal für die SPD im Berliner Senat gesessen zu haben. In Friedrichshain-Kreuzberg war man auch dieser Meinung, daher votierte die SPD Basis 2001 erfolgreich gegen „einen solchen Versorgungsposten“ für Frau Schöttler (Jörg Becker, zum Ansinnen seines SPD Landesverbandes). Im größten und grünstem Stadtbezirk hatte man jedoch weniger Bedenken und so kam Köpenick-Treptow, nach dem Weggang von Dr. Ulbricht im Jahre 2006 zu seiner Bürgermeisterin.
Seitdem waren oder sind die interessantesten und wertvollsten Projekte der Bezirks- Kulturarbeit bedroht – Projekte die ausschließlich dem Enthusiasmus und dem Engagement von Bürgern zu verdanken sind. Um die aktuellsten zu nennen: der ungeklärte Verbleib des Kindercircus Cabuwazi, der (durch die BVV abgewendete) Umzug der Jugendkunstschule nach Baumschulenweg, die Streichung der Förderung für das Schlossplatztheater, die Streichung der Förderung für den Kietzer Sommer und das unprofessionelle, provinzielle Gebaren um den neuen Standort für den Mellowpark. Auf der anderen Seite verwendet das „Eventbüro“ des Bezirksamtes tausende Euros für Fress- und Saufmeilen, wie etwa das Winzerfest. Noch Schlimmeres und Anspruchsloseres ist für die 800-Jahrfeier zu erwarten.
Dort jedoch wo Bürger aktiv sind, wie z. B. beim Kietzer Sommer, wird unter Angabe fadenscheiniger Gründe nicht mehr gefördert – angeblich weil der Antrag nicht den Förderrichtlinien entspreche. Ganz egal ob dem Antrag in gleicher Form in den vergangenen 10 Jahren jeweils entsprochen wurde. Frau Schöttler gibt sich kaum Mühe Willkür oder Planlosigkeit zu kaschieren. In jedem Fall ist es nur peinlich, wenn ein Amt nach neunmonatiger Prüfung 2 Tage vor dem Fest zu einem derartigen Ergebnis kommt. Und mehr als peinlich ist es, den lächerlichen Betrag von 1000,- € für eine Heerschar Ehrenamtlicher nicht bereitzustellen, wenn man mal zusammenrechnet, was uns der Köpenicker Sommer und andere prollige Feierlichkeiten (ohne Imageschäden) kosten.
Wie denn Ihr kulturpolitisches Konzept aussehe, wollte ein ehemaliges Kulturratsmitglied von der Bürgermeisterin und Stadträtin für Kultur in Personalunion einmal wissen. Die Antwort Schöttlers: „Ich lasse mich doch nicht provozieren.“ 
Derlei und ähnlich pampige Reaktionen bekommt der mündige Bürger auf die Ohren, wenn er sich an die gewählte Volksvertreterin Gabriele Schöttler wendet. Oder eben gar nichts. Da wird ihrerseits schon mal mitten im Telefonat abrupt aufgelegt oder ein wochenlang geplanter Gesprächstermin grundlos abgesagt.
Auf den Broschüren und Internetseiten des Bezirksamtes lernt man eine andere Gabriele Schöttler kennen: „Gesellschaftspolitisches muss mit und gerade von den Bürgern selbst gestaltet werden. Das tun auch viele, wenn ich an die Ehrenamtlichen denke, die sich gesellschaftlich betätigen. Ohne die wäre vieles nicht oder zumindest nicht so möglich. Das unterstützen wir, wo wir können.“ so Schöttler in einem Internetportal. Diese von der Politik geforderte Mitgestaltung der Bürger muss aber auch durch die Politik angenommen werden und nicht, wie wir es in unserem Bezirk gerade erleben, als lästig und „zu teuer“ abgeblockt werden. Insbesondere dann nicht, wenn der Bezirk Steuermittel in das Modellprojekt „Sternenfischer“ zur Optimierung der ehrenamtlichen Arbeit im Bezirk investiert, auf der anderen Seite jedoch die Kulturarbeit, die massiv von Freiwilligen und Ehrenamtlichen getragen wird, mit oben genannten Streichungen versieht.
Entgegen ihren Lippenbekenntnissen unterstützt Frau Schöttler, eigenverantwortliche Initiativen und lebendiges Bürgerengagement also nicht – sie behindert und gefährdet sie.
Ahnten dies die Friedrichshain-Kreuzberger Genossen? Ist irgendwo imLand noch ein SPD Posten vakant?