Hätte ich bloß die Klappe gehalten. Am liebsten würde ich die Worte gleich wieder aufessen. Geht leider nicht. Sie sind raus – wie ausgespuckt und in die Luft gemeißelt.

Wir sind beim Schulfest. Puh hatte gerade das Schachturnier der 12. Klassen gewonnen. Seine von ihm angebetete Mathelehrerin überreicht den Pokal. Er hatte die erste Partie verloren, dann aber alle anderen gewonnen.

Darum sagte die wunderbare, kluge, schöne, liebe und süße Mathelehrerin zu ihm, dass er doch ein rechtes Stehaufmännchen sei. Und da sage ich dämliche Klappskuh: „Nicht doch, das Gegenteil ist eher der Fall.“ Puh wird hellrot. Mir ist das jetzt furchtbar peinlich, weil – irgendwie kommt es falsch rüber. Aber sie rettet den Tag, indem sie mich mit gespielter Belustigung auffordert, das Gegenteil von so einem Stehaufmännchen zu definieren – ’ne Mathelehrerin halt! „Kann man am besten mit einer Schachstellung zeigen“, sage ich erleichtert, und laufe zu großer Form auf. Ich haue die Stellung aufs Brett, ziehe meine Stirn in rätselhafte Falten und lasse sie schmoren. Wegen ihrer ziemlich ratlosen Blicke helfe ich jetzt auch. Ich sage ihr, dass sich die schwarze Dame nach dem nächsten Zug von Weiß in das Gegenteil eines Stehaufmännchens, nämlich in ein Fallhinweibchen verwandelt, weswegen Schwarz getrost aufgeben kann. Selbst Puh schmunzelt, aber – wie ist die Lösung?

Ich bitte um Vorschläge!

Liebe Grüße, Clarissa