Es bleibt dabei, die schillerndste Figur der gesamten Schachwelt ist der Chef selbst. Auf 50 Milliarden Dollar (!) will Kirsan Ilyumzhinov (53), der Präsident des Weltschachverbandes Fide, die USA verklagen, weil die angeblich seinen Ruf beschädigt habe. Drei Monate ist es her, da landete der umtriebige Kalmücke (hundertfacher Millionär) auf der US-Sanktionsliste. Die Finanzierung schmutziger Öl-Geschäfte mit dem Assad-Regime werden Ilyumzhinov vorgeworfen. Was der ebenso vehement bestreitet wie eine tiefere Freundschaft zu Russen-Präsident Wladimir Putin (63). Nach Syrien habe er „hunderte Schachsets“ und „beste Wünsche“ geschickt – sonst nichts. Und: „Putin ist nur ein Kollege. Ich gehe mit ihm nicht jeden Tag Tee trinken.“ Unter dem Porträt des Dalai Lama in seinem Moskauer Büro sagte er jetzt Journalisten: „Die Sanktionen gegen mich sind eine Belohnung. Nicht jeder kommt auf die Sanktionsliste.“ Einreisen in die USA darf Ilyumzhinov vorerst nicht. Geschäfte machen schon gar nicht.
Damit steht die Fide vor enormen Problemen. Ende diesen Jahres oder 2017 soll in den USA der nächste WM-Kampf stattfinden und die Verhandlungen mit mehreren Austragungsstädten (New York, Los Angeles, Boston) stecken noch in den Startlöchern. Deshalb übertrug Ilyumzhinov seine Amtsmacht vorübergehend auf seinen Vize-Präsidenten, den Griechen Georgios Makropoulos, der ohne ihn nach Amerika reiste. Ilyumzhinov will sich dagegen auf den Weg in die syrische Hauptstadt Damaskus machen: „Ich will mir selbst ein Bild von der Situation machen.“ Schach und Politik …

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J. Krupenski – B. Gelfand, Tallin 2016
Weiß am Zug setzt matt in fünf zügen


Lösung der Aufgabe aus Nr. 89:
1. Td6, 2. Sb5 ab5, 3. Tc3 und Schwarz verliert die Dame und wird matt.