Sie haben sich einen Jugendtraum erfüllt: Wilfried Stelzer und Jan B. Prinz aus dem brandenburgischen Erkner haben als drittes ostdeutsches Duo mit dem Fahrrad die Erde umrundet. Sie waren 442 Tage auf fünf Kontinenten unterwegs, haben geschwitzt und gefroren, gelitten und gestritten, haben Beeindruckendes und Außergewöhnliches gesehen und erlebt, und sie haben alle Zweifler an ihren Vorhaben eines Besseren belehrt. Ihre 21.477 Kilometer lange Tour führte sie in interessante Städte, schollernde Metropolen, in die arabischen Wüsten, die Savannen Afrikas, über die schneebedeckten Höhen der südamerikanischen Anden, durch die einmalige Natur Neuseelands, das australische Outback und in die faszinierende Kultur Myanmars. Zum Wichtigsten wurden ihnen unterwegs jedoch die Menschen: Farmer, Buschmänner, Botschafter, engstirnige Beamte, katholische Missionare, muslimische Studenten, buddhistische Mönche, Olympiasieger und Läuferlegende Emil Zatopek, ein aktueller Segelflugweltrekordler, Straßenhändler, Schnitzer, Köche, Taschendiebe, eiskalte Geschäftemacher, Künstler, Bettler, steinreiche Großgrundbesitzer … Die beiden Pedalritter gewannen tiefe Einblicke in das Leben und die Kultur anderer Völker – aber vor allem auch in sich selbst. Und: Durch die lange und ungewöhnliche Trennung von ihrer brandenburgischen Heimat ist diese ihnen letztlich näher gekommen, als sie es vorher vermutet hätten. Ihre Erlebnisse und Erinnerungen haben Winfried Stelzer und Jan B. Prinz abwechselnd und abwechslungsreich, spannend, kurzweilig und dennoch in die Tiefe gehend aufgeschrieben. Sie lassen den Leser miterleben, wie diese 15 Monate ihren Horizont erweitert haben. Sie wollen Mut machen, Jugendträume nicht als solche abzutun, sondern etwas dafür zu tun, sie wahr werden zu lassen.

Was nimmt man alles mit?
Das hängt natürlich sehr von den eigenen Ansprüchen ab. So haben wir z.B. völlig auf einen Kocher verzichtet; nicht aber auf ein Kopfkissen (Winne) oder ein Buch von F.Nietzsche (Jan). Was wir dabeihatten findet Ihr in unserer Packliste. Da wir damit aber nicht unbedingt Werbung für die vielen Anbieter von Bekleidung und Ausrüstung machen wollen, ist diese Liste eher als ein Anhaltspunkt für Eure eigene Planung gedacht. Aber Details geben wir aber gerne Auskunft.

Welche medizinischen Vorbereitungen wurden getroffen? 
Die Wiederauffrischung der Grundimpfungen ist natürlich ein Muss. Darüber hinaus haben wir so ziemlich das volle Programm mitgenommen: Hepatitis A/B, Gelbfieber und da man es als Radler immer mit Hunden zu tun bekommt, auch Tollwut.

Wie finanziert man das Ganze?
Am besten vorher lange sparen. Sponsoren sind schwer zu finden. Unterwegs wurde mit zwei unterschiedlichen Kreditkarten und Reiseschecks sowie Bar- Dollars bezahlt. Uns hat die Reise etwa 9000 EUR pro Sattel gekostet. Davon entfiel allerdings schon ca. ein Drittel auf die Flüge.

Gab es auch Streit?
Und nicht zu knapp. 24 Stunden jeden Tag zusammen zu sein ist, unter Extrembedingungen, mehr als jede noch so gute Freundschaft verträgt. Wie im richtigen Leben stolperten auch wir nicht über Berge sondern über Maulwurfshügel. Ein paar Tage Urlaub voneinander und der Rückhalt von zu Hause waren in diese Situationen sehr wichtig.

Tour in Zahlen

Gesamtdurchschnittsgeschwindigkeit: 15,8 km/ Stunde
Höchstgeschwindigkeit: Jan 92,5 km/h , Winne 87,8 km/h
Gesamtradelzeit: 1263 Stunden (ca. 53 Tage)
längste Tagesetappe: 158 km
höchster Pass: Tambo Cemado (Grenze Chile- Bolivien) 4667 m.ü.M.
tiefster Punkt: 392 m.u.M.(Totes Meer)
höchste Temperatur: 44 Grad
niedrigste Temperatur: – 6 Grad

Sollten Sie neugierig geworden sein und weitere Fragen haben, besuchen Sie den Dia-Vortrag am 14. September ab 13 Uhr in Bennos Fahrradladen „Fahrrad im Kietz“, Bölschestrasse …. Dort ist ab Freitagabend auch eines der Fahrräder der Weltumradler zu besichtigen.

Kontakte sind auch über die Internetseite von Jan B. Prinz und Winfried Stelzer möglich:www.worldtour2000.net