maulbeerblatt ausgabe 63

Der Hauptbahnhof bröckelt so schnell, wie das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft und das, obwohl die Frauenquote doch immerhin im Bereich der Zwangsräumungen für Rentnerinnen bereits zum Tragen kommt. Im Falle des plötzlichen Ablebens der so Gewertschätzten lässt sich denn die Stadt Berlin bei den Beisetzungskosten auch nicht lumpen. Jenseits solch trauriger Einzelfälle bietet die politische Bühne wie immer ein buntes Programm. In Zeiten finanzieller Diät erhöhen sich unsere Volksvertreter die Diäten. Die Süddeutsche Zeitung offenbart, dass Gunter Sachs (der mit der B.B.) sein Vermögen nicht bei der Sparkasse liegen hatte. Klartext-Steinbrück versucht weiterhin mit vollem Einsatz einstellige Sympathiewerte zu erreichen, um dann in der heißen Phase des Wahlkampfes mit angeklebten Cocker Spanielohren den Mitleidsbonus voll auszuspielen. Mutti gibt konsequent den strengen Vati und wird von unseren mediterranen Freunden nur noch mit Bart und Uniform dargestellt. In Frankreich offenbart das Kabinett sein komplettes Privatvermögen, in England stürmt das Lied „Ding Dong The Whitch Is Dead“ an die Spitze der Charts, während zwei hinterhältige Tschetschenen Amerika den Krieg erklären und damit die Gefahr eines atomaren Erstschlages heraufbeschwören, denn Kim Jong-un im fernen Korea kann es kaum länger ertragen, dass er nun schon seit drei Tagen aus der Berichterstattung verschwunden ist.

Gute Unterhaltung ab dem 03. Mai wünscht die Maulbeerblatt-Redaktion


Sebastian Köpcke

Ein Beitrag von Sebastian Köpcke

Grafiker, Illustrator, Kuriositätensammler und Ausstellungsmacher. Geistiger Vater von Müggula, dem Biest aus dem Müggelsee, und anderen schlimmen Abscheulichkeiten. Zitat: „Nicht über unseren Köpcke hinweg.“