Die Kraft der Natur

Das steckt in vielen modernen Heilmitteln
Foto: Bohdan Bevz / iStock
Heute ist doch alles nur noch Chemie und Gentechnik! - derartige Aussagen über die moderne Pharmazie sind nichts Ungewöhnliches mehr. Wahrscheinlich hatte man selbst schon einmal Bedenken wegen möglicher Nebenwirkungen von Medikamenten. Doch was ist dran an der Furcht, wie viel Natur ist noch in modernen Präparaten enthalten und sagte nicht schon der berühmte Paracelsus, dass es immer die Dosis ist, die zwischen einem Heilmittel und einem Gift unterscheidet?

Natürliche Inhaltsstoffe in der modernen Medizin

Die moderne westliche Medizin und die Pharmazie sind nicht etwas, das plötzlich aus dem Nichts, als es die technischen Möglichkeiten zuließen, entstanden sind. Vielmehr basiert das heutige Wissen auf der jahrhundertealten Vorarbeit von Medizinern und Heilern, die sich auf die Kraft der Natur verlassen mussten. Heute ist die Natur in der Apotheke natürlich noch bei bestimmten, zumeist extra deklarierten Arzneimitteln sichtbar. In den meisten Medikamenten versteckt sich die Natur allerdings hinter langen, komplizierten Namen und nicht enden wollenden Zutatenlisten. Die zwei bekanntesten Medikamente, die heute millionenfach verkauft und genutzt werden, zeigen, dass sich viele Anwender kaum mit der Pharmageschichte und den Inhaltsstoffen ihrer Medikamente auseinandersetzen. Die meisten zeigen sich überrascht, wenn man ihnen erklärt, dass der Wirkstoff von Aspirin zu Anfangszeiten aus der Weidenrinde gewonnen wurde oder dass Penicillin, das erste Antibiotikum, nichts anderes als ein zufällig gewachsener Pilz ist, der eine stark antibakterielle Wirkung hat. Die Wirkstoffe der meisten modernen Medikamente sind bereits in der Natur vorhanden, sie müssen nur entdeckt und später synthetisiert werden. Ist das geschehen, so gilt es, den biologischen Wirkmechanismus im menschlichen Körper genauer zu erforschen. Ist das geschehen, so kann der Wirkstoff mitunter durch eine effektivere Variante ersetzt oder ergänzt werden. Die Grundlage bildet aber immer die Natur.

Der Versuch einer perfekten Kopie – die Biomimikry in der Pharmazie

Beinahe alle wissenschaftlichen Felder orientieren sich an der Natur. Flugzeugflügel werden bestimmten Jagdvögeln nachempfunden und die Materialforschung sieht sich die Oberfläche des Lotosblattes an, um perfekte Regenjacken zu erfinden. In der Pharmazie ist es nicht anders. Die Biomimikry, also die möglichst perfekte Imitation der Natur, ist einer der größten Ideengeber, wenn es darum geht, kreative Ideen und wirksame Präparate für bislang als unheilbar geltende Krankheiten zu finden. Natürlich gehen die Anwendungsbereiche in der Medizin über die Medikamentenforschung hinaus. Prothesen oder Implantate profitieren ebenfalls von den neuesten Erkenntnissen dieser Branche.

Die Symbiose mit der Natur ist ein unbezahlbarer Schatz

Die Natur ist immer der Schlüssel zu neuen Medikamenten und zu effektiven Methoden der Seuchenbekämpfung. Umso wichtiger ist es, dass natürliche Ressourcen geschützt und nicht ausgebeutet werden. Das Gleiche gilt für das alte Wissen um die natürliche Heilkunde. In der Medizin ist das Neue nicht immer automatisch das Bessere. Nicht nur die Pharmaindustrie sollte sich neue Pläne zurechtlegen, wie Medikamente und ihre Wirkweise kommuniziert werden, auch der Nutzer, der Patient, soll sich Gedanken über die Wirkung und die Herkunft der Wirkstoffe machen. Mittlerweile haben die meisten den Bezug zu den heilenden Eigenschaften der Natur verloren oder nehmen Medikamente ein, ohne zu wissen, dass es diese ohne bestimmte Ressourcen oder altes Wissen überhaupt nicht geben würde. Ein Blick zurück ist oftmals der erste Schritt auf dem Weg in die Zukunft.  

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