Wer wird denn gleich in die Luft gehen?

Mit Dunja Wolff, SPD Kandidatin für das Berliner Abgeordnetenhaus, im Gespräch
Always look on the bright side of life! Das ist das Motto der Tanzpädagogin und Bühnenkünstlerin aus Berlin-Rahnsdorf. Wir haben mit ihr über den gescheiterten Berliner Mietendeckel, die SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey und deren Doktortitel, sowie über ihre eigenen Ideen zur Lösung der Treptow-Köpenicker Verkehrsprobleme gesprochen.

Warum Politik? Warum SPD?

Erst nach einer Phase der inneren Überwindung entschied Dunja Wolff sich für ihre Kandidatur, denn sie weiß um die Zähigkeit und langen Wege von politischen Prozessen – und dass es selbst für kleinste Erfolge einer gehörigen Portion Durchhaltevermögens bedarf. Durch ihre Tätigkeiten auf und hinter den Bühnen und auf den Brettern, die die Welt bedeuten, sieht sie sich dies bzgl. jedoch klar im Vorteil. Denn ohne eben jenes Durchhaltevermögen hätte sie in der schönen aber auch harten Bühnenwelt kaum ihr halbes Berufsleben verbringen können. Allein die Sozialdemokratische Partei Deutschlands schien Dunja Wolff für ihr politisches Engagement die richtige Wahl. Deren sozialer Leitgedanke der Gerechtigkeit sowie der demokratische Anspruch und seine Umsetzung in der Praxis überzeugten sie für die SPD im Wahlkreis 6 anzutreten. Zudem imponiert ihr der Kampf der Genossen gegen Rechts.

Eine Frau steht ihren Mann

Als Darstellerin in der privatwirtschaftlichen Theaterszene kann Dunja Wolff ein Lied von Sexismus und überkommenen Strukturen singen. Obwohl sie in der Politik bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht hat, sieht sie doch Parallelen zur Bühnenwelt. So z. B. wenn es darum geht, eine Gesprächspartnerin höflich ausreden zu lassen. Hier haben wohl auch die Herren Politiker noch eine Menge Nachholbedarf. Den Trubel um Franziska Giffey und deren Niederlegung ihres Doktortitels sieht Dunja Wolff zwiespältig. Einerseits gehöre es zum guten Grundverständnis jeder Abiturientin mit Quellen sauber zu arbeiten und diese auch zu nennen. Allerdings stellt sich nicht nur ihr die Frage nach der Sorgfältigkeit bzw. auch Verantwortung jener, die die Arbeit Giffeys mehr als einmal geprüft und nichts zur Beanstandung gefunden hätten.

Das ABC, Tesla und der Berliner Mietenspiegel

Bildung und Kultur sind für Dunja Wolff der Schlüssel zu einer fortschrittlichen Gesellschaft, in und an der alle partizipieren können. Daher befürwortet sie Projekte und Konzepte zur Wiederbelebung des Klubhauses ABC in Hirschgarten. Denn speziell diese Gegend wird durch die geplante massive Bebauung in unmittelbarer Nachbarschaft und den zu erwartenden Zuzug – nicht nur im Zusammenhang mit der Teslaansiedelung in Grünheide – in naher Zukunft einen stark erhöhten Bedarf an Freizeitstätten und Orten der Begegnung haben. Unter Beteiligung der Anwohner will Dunja Wolff die Wiederbelebung des ABC als generationsübergreifendes Projekt angehen. Dunja Wolff befürwortet den Mietenspiegel, wie er bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes in Berlin praktiziert wurde. Hier sieht sie nun den Bund in der Pflicht, bezahlbares Wohnen für alle zu gewährleisten. Auch Enteignungen sind für sie kein Tabu, wenn beispielsweise EigentümerInnen ihre Pflichten vernachlässigen und denkmalgeschützte Gebäude verfallen lassen, um mit dem Grundstück zu spekulieren oder darauf Eigentumswohnungen bauen zu können.
Stefanie Schuricht und die Kandidatin der SPD für das Berliner Abgeordnetenhaus, Dunja Wolff, im HdJK / Cafe Köpenick
Foto: M. Vorbau

Dunja Wolff geht in die Luft

Die Verkehrssituation war und ist im Berliner Randbezirk Treptow-Köpenick auch unabhängig vom Zuzugs-Boom ein leidiges Thema: Marode Brücken, zugestaute Straßen, ein unzureichender ÖPNV und der mangelhafte Ausbau des Fahrradwegenetzes bestimmen den Alltag der Treptow-Köpenicker Berufstätigen. Die Abgeordnetenhauskandidatin Wolff plädiert u.a. für unterirdische Lösungen, wie z. B. die Verlängerung von bestehenden U-Bahnlinien. Darüber hinaus findet sie es legitim auch über unkonventionelle Lösungen zu debattieren – wie z.B. die Verlagerung von Personentransportwegen in die Luft – via Seilbahn.        

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