XTRO Ateliers laden zum Denkmaltag in die Rathenauhallen

10. und 11.09. Künstler öffnen ihre Ateliers in OSW

Es war ein einzigartiger Siegeszug moderner Technik, den Emil Rathenau vor rund 100 Jahren von Oberschöneweide aus begann. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich der Ort dank Rathenaus AEG von dem namensgebenden Weideland zu einem gigantischen Industriegürtel, der zeitweilig die wohl höchste Arbeiterdichte Deutschlands besaß. Vom Auto über Akkumulatoren und Generatoren bis hin zu Strom- und später Datenkabeln wurde hier nahezu alles produziert, was mit Elektrizität zu tun hatte. Auch Fernseher und Radiogeräte. Noch heute zeugen die Rathenauhallen von dem gewaltigen Ausmaß der Produktion. Doch wie Dinosaurier starb die ortsansässige Industrie von der Wende wie von einem Meteoritenhagel getroffen aus. Von den rund 26000 Industriearbeitsplätzen, die Schöneweide zu DDR-Zeiten noch hatte, existieren heute nur noch einige Hundert.

Das Leben hingegen ist in die heroische Industriearchitektur zurückgekehrt, in Form von kleinen Unternehmen und Handwerksbetrieben, nicht zuletzt jedoch auch durch eine Vielzahl von Künstlern, die den Ort beleben und wieder modern und begehrt machen. So haben sich in den vergangenen Jahren in einem der denkmalgeschützten ehemaligen Verwaltungsbauten die XTRO Ateliers angesiedelt, die heute rund 45 Künstlerinnen und Künstler beherbergen. Hier entsteht international gezeigte Malerei und Grafik, aber auch Installation, Objekt, Fotografie und Modedesign. Aus zwölf Nationen haben sich hier Menschen zusammengefunden, um in dem von berühmten Architekten geschaffenen Ambiente zu arbeiten.

Einige der Künstler öffnen zum Tag des offenen Denkmals ihre Ateliertüren und gewähren ebenso Einblick in das zeitgenössische künstlerische Schaffen wie in die vergangene Industrieepoche. Geöffnet haben die Ateliers am 10. und 11. September jeweils 13.00 bis 18.00 Uhr.

XTRO Ateliers Wilhelminenhofstraße 83, 12459 Berlin

Fotos: Der Veranstalter