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Endlich! Nach langem hin- und her treffen wir, in einer Friedrichshagener Kneipe dem RFT, den sympathischen „Godfather“ aller Stadionsprecher! Christian Arbeit! Grund dafür ist nicht endlose Union Fußballgespräche zu führen, sondern über seine zweite Leidenschaft – die Liebe zur Musik und seiner Band „The Breakers“ zu sprechen!

Kurzes Raunen, heute mal kein Fußball…. umpf! ;) Christian, wer sind The Breakers?

„The Breakers“ das sind Ute Arbeit (Bass, Backing Vocals), Hanjo Otto (Leadguitar, Backing Vocals), mein Bruder Frank Heinrich (Drums, Backround) und ich (Vocals, Rhythmguitar).

 

Wie kamt Ihr zur Musik?

 Wir sind eine sehr musikalische Familie und irgendwie wurde schon immer zu jedem Anlass musiziert. (Vater Bernd, Posaunist bei der legendären Ostberliner Tower-Jazzband , die sich seit den 60er Jahren am englischen Traditional Jazz orientiert und bis heute ihre Erfolge feiert, Mutter Marion – Klarinette, Cousine Julia – Blockflöte u.s.w.) Und wenn zu einem gegebenen Anlass dann 20 Leute im Raum sitzen, machen 15 Leute gemeinsam Musik und fünf klatschen dann. Das machen wir seit vielen Jahren und pflegen diese Tradition.

 

Welchen Stil verkörpert die Band und welche Vorbilder habt ihr?

Wir sind im klassischen Gitarrenrock unterwegs. Zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und dann ab die Post! Wir spielen Coversongs und bauen unsere eigenen Songs mit ein! Das geht über Ramones, The Kinks oder auch die Cardigans…. Es sind Klassiker oder auch einfach Songs von Bands die wir selber gern hören. Live lassen wir uns auch gerne inspirieren lassen, zum Beispiel von Pearl Jam oder den Manic Street Preachers, auch wenn ich deren Songs nicht selber singen kann.

 

Du spielst neben der Gitarre auch Trompete?

Ja, ein wenig. Und Trompete hab ich tatsächlich zu DDR-Zeiten gelernt an der Musikschule Treptow, mit Grundstufenabschluss! Das ist nochmal die väterliche Geschichte… Ich war oft dabei, wenn mein Vater gespielt hat. Auch als „kleener Piepel“ beim Gartenfest der Band in Müggelheim. Da hatte es mir der Trompeter Götz Fredrich sehr angetan und deshalb wollte ich dann auch Trompeter werden. Zum 60. Geburtstag meines Vater haben wir zum ersten Mal als Band gespielt. Ich spielte ein bisschen Gitarre und sang. Mein Bruder Frank hat als kleiner Junge Klavier gelernt, später bei Chris Heiny, dem derzeitigen Drummer von Bosse, Schlagzeugunterricht genommen. Ute und Hanjo kommen außerdem noch klassisch von der Geige. Nach dem Geburtstag haben wir einfach weitergemacht.

 

Wäre es da nicht naheliegend gewesen die Trompete oder noch ein Saxophon mit ins Boot zu holen?

Nee, da wollten wir es eher einfach halten. Die Trompete wird aber jedes Jahr um die Weihnachtszeit wieder rausgeholt. Und dass ich dann tatsächlich mit meinen Eltern vor 30.000 Leuten, beim Weihnachtssingen in der Alten Försterei, auf der Bühne stehe… puhhh… ich wünschte mein Trompetenlehrer Herr Zerwer könnte das sehen…. (amüsiert sich köstlich)

 

Wie kommen Eure eigenen Songs zustande?

Es gibt jemanden den ich für seine beiläufige Art Musik zu machen sehr bewundere: Evan Dando, den Sänger von den Lemonheads. Der Typ ist mir vom Songwriting sehr nahe. Klassisch strukturierte, unkomplizierte Songs! Mit ner Strophe, nem Refrain und vielleicht noch ner Bridge, damit mal was wechselt zwischendurch! Songs, die man so vor sich hinpfeifen kann. Wenn ich einen Text habe, steckt da oft schon eine Melodie drin. Die summe ich vor mich hin und schaue, was für Harmonien dazu passen. Da ich kein “riesen“ Gitarrist bin kommt, nichts wirklich Kompliziertes bei raus. Ganz anders ist es, wenn Hanjo oder Frank mit einer Songidee kommen. Die ist dann eher riffbasiert oder kommt harmonisch völlig anders um die Ecke! Grundsätzlich haben wir uns sehr gefreut, als die Leute nach unseren Konzerten an der Alten Försterei oder im Fluxbau auf uns zukamen und meinten, dass ihnen unsere eigenen Songs am besten gefallen haben. Das ehrt uns natürlich sehr.

 

Um was geht es in euren eigenen Songs?

 Oh, da geht es mal um das Hin-und Her-Gerissen-Sein zwischen verschieden Lebensentwürfen (in your car), enttäuschte Freundschaft (the letdown) oder auch darum, jemandem Rückenwind zu geben (all about you). Ganz verschiede Themen, aber alle eher auf der zwischenmenschlichen Ebene angesiedelt.

 

Ihr habt zusammen mit der Band Krispin den Song „Wir sind Union“ aufgenommen. Wie ist das eigentlich zustande gekommen?

Krispin und Co-Autor Andreas Hähle haben den Song geschrieben und ihn mir als Demo geschickt, weil sie wissen wollten, wie er bei Union ankommt. Erst ist es bei mir etwas untergegangen, aber dank des Nachhakens unserer gemeinsamen Freundin Katja hat es dann geklappt und wir haben uns bei den Aufnahmen kennen- und darüber hinaus schätzen gelernt. Im Fluxbau haben wir den Song mit 200 Fans zusammen live eingespielt und auch unseren Song „FCU“ nochmal etwas anders arrangiert und gemeinsam aufgenommen. Das Ganze ist die B-Seite der Vinyl-Ausgabe von „Wir sind Union“.

 

Selber habt Ihr aber noch kein Album?

Nein. Leider nicht, aber wir haben den Traum noch nicht aufgegeben. Das lässt sich mit unseren Jobs leider nicht so einfach verbinden. Wir machen einfach Musik zusammen und freuen uns, dass es uns mal die Rübe freibläst. Wir haben glücklicher Weise einen eigenen Proberaum, wo wir uns 1x die Woche treffen. Da können wir das Licht anmachen, kaltes Bier rausholen und dann einfach loslegen. Das Ganze ist Üben, aktive Erholung und Entspannung vom Alltag…

 

Christian, am 27.09.14 spielt Ihr hier im RFT! Was können wir erwarten?

 Ach, da machen wir doch einfach ein zweites Wohnzimmer draus. Durch die kuschlige Größe des Ladens, werden wir ein reines Akustik-Konzert spielen. Denke das kommt ganz gut und wird auch für uns eine neue Erfahrung sein.

 

Vielen Dank für das sympathische Gespräch und wir freuen uns auf Euch!

Kann ich nur zurückgeben. Wir freuen uns auch sehr!

 

SAMSTAG, 27.09.2014 UM 20:00 UHR IM RFT – Scharnweberstraße 5

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Jörn Paschke

Ein Beitrag von Jörn Paschke

Maulbeerurgestein, begnadeter Layouter mit Spitzenideen und Hang zur Englischen Schreibschrift. Ist schuld am Maulbeerblatt Zitat: „Print ist Krieg!“