Nayla

Nayla

Es klingelt. In der geöffneten Tür steht Ole. Neben ihm, klein, zierlich und etwas eingeschüchtert die Neue. Ab jetzt geht sie in unsere Klasse. Sie stellt sich mit Nayla vor. Wir sollen sie Nay nennen. Nay hat dunkelbraune Augen, krause Locken und ihre Hautfarbe ist tiefschwarz. Aber wenn sie lächelt, geht die Sonne auf. Selbst Lea, die sonst eher schnippisch auf weibliche Konkurrenz schielt, ist beeindruckt. Nay erzählt uns mit dunkler rauer Stimme etwas von ihrer Heimat. Von Hungersnot und Krieg. Aber ihre Aussprache ist so klar, ihr Deutsch so perfekt, dass alle fasziniert zuhören. Nur Paule, der neuerdings Glatze und Springerstiefel trägt, fragt blöde grinsend, ob es denn auf den Palmen, auf denen sie bisher gewohnt habe, auch ein Klo gab. Nay versteht nicht, sie guckt etwas irritiert.

Bevor jemand etwas sagen kann, drehe ich mich um und knalle meinen Ellenbogen Paule ins Gesicht. Ich schwöre, ich bin gegen Gewalt und werde so etwas nie wieder tun. Ich war selbst erschrocken. Auch, als das Veilchen immer mehr aufblühte. Aber ich konnte nicht anders. Der Tadel, den Ole mir unauffällig zwinkernd gibt, wird wegen der allgemeinen Empörung in eine Ermahnung umgewandelt. Paule, der sich langsam wieder erholt hat, fragt Nay hinterhältig, ob sie mal mit ihm Schach spielen würde. Ich bin empört, aber sie bejaht unbeeindruckt. Wir sind alle für Nay. Und sie enttäuscht uns nicht. In dieser Stellung, in der wir mit Remis rechnen, macht sie einen unglaublichen Hammerzug. Was glaubt ihr, warum Paule jetzt unter allgemeinem Gejohle aufgibt? Nay setzt sich auf den Platz neben mir und packt ihre Sachen aus. Ich freue mich zum ersten Mal auf die nächsten Schultage. Liebe Grüße Clarissa

Schachfreunde Friedrichshagen, 12587 Fürstenwalder Damm 474 Jugendtraining und Schachabend: Freitag ab 18:00 Uhr Clarissas Lösungen auf http://www.schach-friedrichshagen.de

maulbeerblatt ausgabe 8 Aktuell, Editorial

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