Tick, Tick, Tick …

Frauen und Männer ticken unterschiedlich. Schachspieler haben’s sogar im Regelwerk. Insbesondere die Damen müssen sich sputen. Bei Frauen-Weltmeisterschaften sind ihnen nur 90 Minuten Bedenkzeit für die ersten 40 Züge gegönnt. Herren dagegen dürfen etwas trödeln, haben zehn Minuten mehr auf der Uhr. Warum das so ist, wird beim Weltschachverband Fide nicht begründet. Immerhin gilt für […]

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Minsk statt Meer

30 Jetzt, da endlich der Hauch von Frühling in der Luft liegt, stehen Schachspieler wieder vor ihrem Luxusproblem. Mmmmhhh, wäre ja nicht schlecht dieses Jahr die Sommerferien (Mitte Juli bis Ende August) mit einem Schachturnier zu kombinieren. Irgendwo am Meer, viel Strand, viel Sonne, viel Vino, alles ganz gemütlich. Nur zu heiß sollte es nicht […]

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Fünf Prozent Talent

Um es in die Weltspitze zu schaffen, seien nur fünf Prozent Talent nötig, der Rest sei Arbeit, Arbeit, Arbeit. Arkadij Naiditsch (29) sagt das, Deutschlands bester Schachspieler. Einer, der nicht auf Bildung und Schule gesetzt hat. Einer, der hoffte, auf andere Weise ganz nach oben zu kommen. Mit 15 Großmeister, mit 17 Gymnasium-Abbruch. Heute Platz […]

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Auf Kriegsfuß

Nützlich sind sie ja, diese Dinger, allerdings lässt sich mit ihnen innerhalb weniger Stunden auch allerlei Unsinn anrichten. Millionen Euro verzocken zum Beispiel, arwöhnisch Google anstarren, in Klamotten-Kaufrausch verfallen. Schachspieler stehen mit Smartphones ohnehin auf Kriegsfuss. Obwohl sich mit den Teilen Möglichkeiten eröffnen, von denen vor ein paar Jahren niemand zu träumen wagte. In Datenbanken […]

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Hasta la Vista Baby

Wisch, klack, wisch, klack, wisch, klack und matt! Nicht nur die Geräusche sind’s, die gewaltig auf die Nüsse gehen, auch die starken Züge nerven. Keine Gefühlsschwankungen, emotionslos, resistent gegen psychologische Tricks. Nur wisch und klack – und futsch sind die Figuren. „Chess Terminator“ heißt die Maschine und es gibt nicht wenige, die würden ihr am […]

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Daten-Striptease

Wer es rechtzeitig bucht, zahlt fürs Flugticket 357 Euro. Umsteigen in Moskau mit Aeroflot, Reisezeit etwa acht Stunden. Teuer ist’s an der Schwarzmeerküste nicht. 75 Euro kostet die Übernachtung im gehobenen Vier-Sterne- Hotel, an der Bar gibt’s sogar deutsches Bier vom Fass. Wäre da nicht dieser Daten-Striptease und all die ganzen Formalitäten. Einkommensnachweis, Nennung des […]

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Das Pferd verrät’s

Weiß setzt in drei Zügen matt. Neulich sitzen im Cafe Rabu zwei Go-Spieler und wie es in der Partie um sie steht, dazu bedarf es weder psychologische Ausbildung noch Kenntnisse der Spiel-Grundregeln. Der eine schaut durch leicht zugekniffene Augen, lehnt sich ablehnend nach hinten und verschränkt vor der Brust beide Arme. Ich ohne die geringste […]

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Alles geregelt

Liu Wenzhe – Jan Hein Donner (Schach-Olympiade Buenos Aires, 1978) Weiß am Zug setzt matt Es war eine kalte Party-Nacht im November 2008 und aus den Zimmern der Hotel-Anlage in Dresden waberte westliche Pop-Musik gepaart mit Gerüchen von exotischem Essen. So wie immer während Schach-Olympiaden, bei denen sich Spieler aus aller Welt treffen, um für […]

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Auf Spurensuche

Es gibt ein Foto, da hebt Russen-Präsident Wladimir Putin (61) die Augenbrauen, schaut leicht zweifelnd, aber interessiert, während Weltschach-Chef Kirsan Ilyumschinow (52) auf ihn einquatscht. In diesem Moment fällt eine der schachpolitisch wichtigsten Entscheidungen des Jahres. Im November soll Weltmeister Magnus Carlsen (23) seinen Titel in Sotschi verteidigen, der Winterolympiade-Stadt. Der Etat für den Wettkampf […]

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Schach = Sport = Geld

Hässlich und bürokratisch klingt’s. Vor allem aber kostet’s dem Schach viel Geld. Beim Spiel fehle es an der „sportspezifischen eigenmotorischen Bewegung“, urteilte das Bundesinnenministerium vor kurzem und strich es kurzerhand von der Sport-Förderliste. Jahrzehntelang stand der Schachbund darauf, jetzt sind jährlich 130 000 Euro futsch und entsprechend schockiert die Funktionäre. Ist Schach plötzlich kein Sport […]

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Tanz mit dem Magier

In der Schach-Geschichte gab es so einige Denker, deren Figuren nicht einfach nur zogen, sie tanzten! Angriffskünstler wie die Ex-Weltmeister Alexander Al-jechin (1892-1946), Boris Spasski (77), Garri Kasparow (51): Die spielten ganze Generationen von Gegnern schwindelig, opferten mit leichter Hand Damen, Türme, Läufer, Springer, um den feindlichen König einzuzingeln. Attacke statt Zermürbung. Ex-Champion Mikhail Tal […]

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auf Spurensuche

Manchmal verdammt schwer, Dinge zusammen zu bringen, die so gar nichts gemeinsam haben. Schach und Ei! Dann mach’ ich mich mal dran. Moskau 2012 während der Schachweltmeisterschaft, fällt mir ein. Im noblen Hotel Kempinski. “Wer bekommt denn die drei Spiegeleier”, rief die Frühstücks-Kellnerin einer Kollegin zu und bekam zur Antwort: “Der Deutsche.” Gemeint war Hans-Walter […]

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putins figur

„Wir sind eine Familie“, ist der Wahlspruch des Weltschachverbandes FIDE, und dessen Präsident Kirsan Iljumschinow (51) regiert die Organisation, als wäre sie ein eigener Staat mit ihm als Anführer, Außenpolitiker, Geldgeber und Motivator. „Eine Milliarde Schachspieler auf der Welt“ sei sein Ziel, sagt er, „eine Milliarde clevere Leute“. Geschafft werden soll’s durch die weltweite Einführung […]

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Blutige Amateure

Nahezu untergegangen ist, dass wegen des Hypes auf „Hai-Alarm am Müggelsee“ im Kino Union in Friedrichshagen auch der Film „Nachtzug nach Lissabon“ lief. Oscar-Preisträger Jeremy Irons mimt darin einen vereinsamten Professor, der erst Schach mit sich selbst spielt und später im Streifen gegen Bruno Ganz („Ich traue keinen Menschen, die nicht trinken“) am Brett antritt. […]

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Dame, König, Ass

20 Goldmark, in Kaufkraft umgerechnet etwa 100 Euro. Emanuel Lasker (1868–1941) war der einzige deutsche Schachweltmeister (1894–1921) und wer in Kaffeehäusern am Kurfürstendamm eine Übungsstunde bei ihm nehmen wollte, zahlte Honorar. Lange her, längst Geschichte, in Büchern beschrieben, und dennoch gibt es eine bisher unbekannte Episode, die nach Friedrichshagen führt. Hier lebte Philosoph Rudolf Schottlaender […]

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Stumme Kunst

Update: Terminverschiebung wegen technischer Probleme Internationale Pantomimetage im Stadttheater Nachdem die Compagnie Bodecker und Neander bereits zweimal zur Weihnachtszeit im Stadttheater Cöpenick residierte und die langjährigen Assistenten von Marcel Marceau ihr Publikum verzauberten, wird dieses Jahr schon im Frühling die Bühne freigemacht, um die stumme, aber keineswegs lautlose Kunst ihrem Publikum zu präsentieren. In der […]

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